Dinslaken: Giftpflanzen am Wegesrand

Mehrere große Pflanzen wachsen auf einem Grundstück gegenüber dem Bolzplatz Auf dem Loh.
Mehrere große Pflanzen wachsen auf einem Grundstück gegenüber dem Bolzplatz Auf dem Loh.
Foto: aha
Was wir bereits wissen
An mehreren Stellen in Dinslaken wurden Bestände des Riesen-Bärenklaus gesichtet – auch gegenüber einem Bolzplatz. Die Berühung mit den Pflanzen kann zu schweren Verbrennungen führen. Stadt ist informiert

Dinslaken..  Sie ist eine gefährliche Schönheit, diese Pflanze: Hinreißende große weiße Blütendolden auf langen, dicken Stängeln. Aber der Saft des Riesen-Bärenklaus – auch Herkulesstaude genannt – enthält Substanzen, die in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren verbrennungsähnlichen Schäden führen. In Dinslaken wurden die Pflanzen nun ausgerechnet in der Nähe zweier Spielplätze gesichtet – Auf dem Loh und auf dem Fußweg zwischen Büngelerfeld und Fichtenstraße, außerdem wurden an der Ziegelstraße, am Rotbach im Bereich Eppinghoven und am Ende der Helenenstraße im Hagenbezirk verdächtige Pflanzen gesehen. Die Stadt ist bereits informiert. Allerdings stehen die Pflanzen teils auf privatem Grund.

Gefahr vor allem für Kinder

Der Riesenbärenklau wurde im Jahr 2008 zur Giftpflanze des Jahres ernannt, um auf die Gefahr, die von dem Gewächs ausgeht, aufmerksam zu machen. Die gesamte Pflanze enthält photosensibilisierende Furanocumarine. Schon der einfache Kontakt mit der Oberfläche der Blätter kann sehr schmerzhafte Blasen verursachen, die, so warnt die Landwirtschaftskammer NRW, nur schwer abheilen. Die Pflanze kann Verbrennungen ersten bis zweiten Grades, Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks hervorrufen.

Vor allem Kinder sind gefährdet. Die dicken, hohlen Stängel sind verlockende Blasrohre oder Schwerter – und die Symptome machen sich nicht sofort bemerkbar. Auch Erwachsene können die Pflanze leicht mit dem harmlosen Wiesenbärenklau oder dem Engelwurz verwechseln.

Gegenüber dem Bolzplatz Auf dem Loh wachsen mehrere Prachtexemplare des Riesenbärenklaus. Locker zwei Meter groß sind die Pflanzen und ragen über den Zaun. Auch auf dem Fußweg zwischen Büngelerfeld und Fichtenstraße macht sich das gefährliche Grün an ungünstiger Stelle breit: Hinter einer Parkbank wächst eine Staude, eine weitere neben einem Betondeckel. Der Spielplatz Kiefernweg ist um die Ecke, zudem ist die Strecke ein beliebter Gassi-Weg. Irgendjemand hat die Staude schon einmal gekappt – vergeblich, sie wächst bereits wieder.

Abschneiden führt nicht zum Absterben, weiß Thomas Pieperhoff, Referent der Stadt Dinslaken. Die Pflanze müsse unterhalb der Erdoberfläche „vom Vegetationskegel abgetrennt“ werden. Dabei sollte man dringend Schutzkleidung tragen.

Die Mitarbeiter des Grünflächenamtes sind angewiesen, in ihren Pflegebezirken auf die Pflanze zu achten und sie zu entfernen.

Wer dennoch einen Riesen-Bärenklau entdeckt, sollte ihn der Stadt melden. Die prüft, ob das Gewächs auf öffentlichem oder privatem Grund steht. Sind städtische Flächen betroffen, rücken die Mitarbeiter des Din-Service mit Schutzkleidung aus. Weil die Staude hartnäckig ist, werden auch entsprechende Nachkontrollen durchgeführt. Wenn sich der Riesen-Bärenklau auf einem privaten Grundstück ausbreitet – wie Auf dem Loh – ermittelt das Ordnungsamt den Eigentümer. „Diesem wird eine Frist gesetzt, die Pflanze zu entfernen,“ so Pieperhoff. Zusätzlich verweist die Stadt auf den Ratgeber der Landwirtschaftskammer zum Thema. Eine Woche, in Ausnahmefällen zwei Wochen, hat der Grundstücksbesitzer Zeit. Die Stadt kontrolliert, ob die Pflanze tatsächlich entfernt wurde. Ist dies nicht der Fall, droht ein Bußgeld.