Dinslaken: Ferien werden für Umzüge genutzt

An der Jeanette-Wolff-Realschule ist bereits der Schriftzug entfernt worden.
An der Jeanette-Wolff-Realschule ist bereits der Schriftzug entfernt worden.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Dinslaken..  Kaum hatten sich Schüler und Lehrer in die Sommerferien verabschiedet, rückten die Bauarbeiter an. Dann wurden Wände gestrichen, Toiletten saniert und, und... In diesem Sommer ist es anders, da werden in verschiedenen Schulgebäuden Umzugskartons gepackt. Hintergrund ist das beschlossene Schulsanierungsprogramm, für das vor zwei Jahren extra die städtische Tochter ProZent gegründet wurde.

Die normalen, wiederkehrenden Arbeiten finden in diesen Ferien nicht statt, so Horst Dickhäuser, Pressesprecher der Stadt. Dafür setzt ProZent die geplanten Maßnahmen weiter um. So wird weiter daran gearbeitet, die Sekundarschule zu erweitern. Auf dem Plan steht die Schaffung neuer Fachräume. Die Betreuung zieht nach den Sommerferien in die alte Mensa und im Frühjahr nächsten Jahres beginnt der Umbau der alten Klassenräume.

Gut sieht es auch mit der Umsetzung der Pläne für die Averbruchschule aus. Die Arbeiten würden bald abgeschlossen, so Walburga Wüster, Geschäftsführerin der ProZent GmbH im Gespräch mit der NRZ. Hier sind für eine Million Euro das Hausmeisterhaus und angrenzende Räume für die Verwaltung umgebaut worden. Die Verwaltung ist bereits umgezogen und man habe nun Platz, um Räume für die Offene Ganztagsschule herzurichten. Die Pavillons, in denen bislang die Nachmittagsbetreuung stattfand, werden abgebaut.

In anderen Schulen sind schon oder werden jetzt die Umzugskartons gepackt. Zum Beispiel haben die Schüler der Volksparkschule den Umzug nach Hiesfeld vorbereitet.

An der Jeanette-Wolff-Realschule ist in diesen Tagen bereits der Schriftzug entfernt worden. In das Gebäude in der Innenstadt wird in der zweiten Hälfte der Sommerferien die Gartenschule einziehen. Die Realschüler kommen im Hiesfelder Schulzentrum unter. An der Gartenschule wird ein neues Treppenhaus errichtet und die Schule erhält eine Aula, die auch für nicht schulische Veranstaltungen genutzt werden kann.

Zehn Standorte

Die Stadt nimmt ordentlich Geld in die Hand, um die Schulen in Schuss zu halten. Bis 2019 werden zehn Schulstandorte für insgesamt 30 Millionen Euro saniert und modernisiert.

So fließen in die Friedrich-Althoff-Sekundarschule 7,2 Millionen Euro. Die Baukosten von 2,2 Millionen Euro für die Gartenschule, werden aus Fördertöpfen (1,4 Millionen Euro) bezuschusst. Ab dem Winter wird die Bruchschule umgebaut, hierfür sind Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro kalkuliert worden.

Für weitere Maßnahmen müssen noch die Detailplanungen erstellt werden. Auf der Liste der zu modernisierenden Schulen stehen noch die Ernst-Barlach-Gesamtschule, das Theodor-Heuss-Gymnasium, das GHZ, die Dorfschule und die Hagenschule.

Ergebnisse des Bürgerbarometers

Dieses Mal geht es beim NRZ-Bürgerbarometer um die Frage „Auf welche Sanierungsmaßnahme könnte man aus Ihrer Sicht am ehesten verzichten?

Hierbei geht es um viel Geld. 24 Millionen Euro stehen für einen zentralen Din-Service-Betriebshof im Raum, nicht viel weniger könnte der Neubau eines Technischen Rathauses kosten. Beim letzteren Projekt muss sich die Stadt demnächst entscheiden, denn 2019 läuft der Mietvertrag für das Gebäude an der Gerhard-Malina-Straße aus. Es muss der Mietvertrag verlängert oder ein anderer Standort für die städtischen Mitarbeiter gefunden werden.

Ein klares Ergebnis: Auf keinen Fall sollte die Stadt bei den Schulen sparen. Diese Maßnahmen halten die Befragten für unverzichtbar. Auf die Sanierung der Sportstätten und der Stadthalle ist nach Ansicht der Befragten ebenfalls eher nicht zu verzichten.

Bei der Frage, auf welche Maßnahme die Stadt am ehesten verzichten sollte, gab es im Rahmen des NRZ-Bürgerbarometers eine klare Aussage: 59 Prozent der Befragten halten den Neubau eines Technischen Rathauses für verzichtbar. 20 Prozent sehen keine Notwendigkeit, einen zentralen Betriebshof einzurichten. Die meisten Befürworter eines neuen Technischen Rathauses kommen aus Hiesfeld. Danach könnten sich die Befragten aus Eppinghoven am ehesten einen Neubau vorstellen. Vor allem die Befragten aus Lohberg wollen auf eine Stadthallen-Sanierung verzichten.