Dinslaken erhält Anlaufstelle gegen Salafismus

Stefan Zimkeit, Michael Heidinger, Ralf Jäger, Christa Jahnke-Horstmann.Foto:privat
Stefan Zimkeit, Michael Heidinger, Ralf Jäger, Christa Jahnke-Horstmann.Foto:privat
Was wir bereits wissen
NRW-Präventionsprojekt „Wegweiser“ soll den Einstieg verhindern und den Ausstieg erleichtern

Dinslaken..  Das NRW-Präventionsprogramm „Wegweiser – gemeinsam gegen gewaltbereiten Salafismus“ soll eine eigene Anlaufstelle in Dinslaken bekommen. Das teilte gestern der Landtagsabgeordnete Stefan Zimkeit mit.

Das Präventionsprogramm des Landes NRW, das bisher in den Modellkommunen Bochum, Bonn und Düsseldorf gestartet ist, soll in Dinslaken mit einer ganzen Personalstelle verbunden sein. „Das ist mehr als ich zunächst erwartet habe,“ freut sich Bürgermeister Dr. Michael Heidinger über die Zusage. Avisiert war eine halbe Stelle.

Das Wegweiser-Projekt soll bei einem Wohlfahrtsverband angesiedelt werden und sowohl den Einstieg in den gewaltbereiten Salafismus verhindern als auch Ansprechpartner für Aussteiger und Rückkehrer sein. Wann und wo es installiert wird, steht noch nicht fest.

In den Modellstädten Bochum, Bonn und Düsseldorf wurde das Projekt vor einem Jahr installiert. Wöchentlich wenden sich rund 40 Hilfesuchende an die Berater. „Wegweiser“ liefert, so das Land NRW, passgenaue und unmittelbare Hilfe. Rat bei schulischen Problemen gehöre ebenso dazu wie Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche – oder die Hilfe beim Wiedereinstieg in die Gesellschaft bei Aussteigern, so Dinslakens Stadtsprecher Horst Dickhäuser. Eltern, die bei ihren Kindern eine Wesens- oder Verhaltensveränderung feststellen, wenden sich derzeit häufig an Stadt oder Verbände, so Dickhäuser – auch sie bekommen mit dem „Wegweiser“ eine Anlaufstelle.

Im September 2014 hatte Innenminister Ralf Jäger zunächst nur eine Stelle für die Stadt Duisburg sowie den gesamten Kreis Wesel zugesagt. „Das ist zu wenig für ein so großes Gebiet“, urteilten sowohl der Duisburger Beigeordnete Thomas Krützberg als auch seine Dinslakener Kollegin Christa Jahnke-Horstmann. Bei einem gemeinsamen Besuch in Düsseldorf verdeutlichten Stefan Zimkeit, Michael Heidinger, Christa Jahnke-Horstmann und Kinderschutzbund-Chef Volker Grans Minister Jäger zudem „die besondere Dringlichkeit für Dinslaken“ – und konnten damit überzeugen. Nun bekommen Duisburg und Dinslaken für den Kreis Wesel je eine Stelle.

Jahnke-Horstmann freut sich über die Nachricht aus Düsseldorf und betont: „,Wegweiser‘ bietet ein Betreuungsangebot für junge Menschen, die dabei sind, sich zu radikalisieren, und Beratung insbesondere für deren soziales Umfeld.“ Zimkeit weist darauf hin, dass es in Dinslaken einen engen Schulterschluss gegen jeden Extremismus gebe. „Hier besitzen wir ein funktionierendes Netzwerk, das auch die türkische Community einbezieht.“ „Wegweiser“ könne daran anknüpfen.