Dinslaken: Eltern und Kinder protestierten

Für die Kinder ist die Sache klar: Sie wollen wieder in die Kita.
Für die Kinder ist die Sache klar: Sie wollen wieder in die Kita.
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Was wir bereits wissen
Ausstand der Erzieherinnen führt in Familien zu Betreuungsproblemen. Betroffene machten ihrem Unmut gegenüber Bürgermeister Michael Heidinger Luft.

Dinslaken..  Für die meisten Kinder ist die Sache klar: Sie wollen endlich wieder in die Kita, mit Freunden spielen, interessante Sachen erleben. So war es für den einen oder anderen Knirps vielleicht besonders schmerzhaft, am Freitag seine Erzieherin und Kita-Freunde zu sehen, dann aber zu erfahren, dass die Kitas vorerst geschlossen bleiben. Denn eine schnelle Einigung ist nicht in Sicht.

Am Freitag zogen 30 bis 40 teils erzürnte Dinslakener Eltern zum Rathaus, machten gegenüber Bürgermeister Michael Heidinger ihrem Unmut Luft. Der Streik belastet Eltern, die nach drei Wochen nicht mehr wissen, wie sie Arbeits- und Familienleben organisiert bekommen sollen. Heidinger zeigte Verständnis für die Nöte der Eltern, verwies aber auf die Tarifautonomie, ihm seien die Hände gebunden. Gleichwohl schrieb der Bürgermeister nach dem Treffen die Arbeitgeberseite noch einmal an, bekundete seinen persönlichen Wunsch nach einer schnellen Einigung, verwies auf die Nöte der Familien vor Ort.

Die Ankündigung, dass ihre Kita-Beiträge zurück erstattet werden sollen, konnte die Eltern trotz aller Freude darüber kaum beruhigen. „Das hilft uns in der aktuellen Not nicht weiter“, kam es aus der Reihe der Protestierenden. Heidinger versprach, die Einrichtung einer weiteren Notgruppe prüfen zu lassen, konnte diesbezüglich aber noch keine Zusagen machen.

Im anschließenden Austausch mit den rund 120 streikenden Erzieherinnen zeigten die Eltern zwar einerseits Verständnis für deren Argumente, machten aber auch noch einmal auf ihre Probleme aufmerksam.

Beitragsrückzahlung nach Ratsbeschluss

Die Stadt Dinslaken will, wie berichtet, den Eltern die Kita-Beiträge für die Dauer des Streiks erstatten. Der Jugendhilfeausschuss stimmte dem Vorschlag der Verwaltung bereits zu, am 23. Juni hat der Stadtrat das letzte Wort. Anschließend, erläuterte Dezernentin Christa Jahnke-Horstmann auf Nachfrage, werden die Beträge so schnell wie möglich für jede betroffene Familien individuell ausgerechnet und zurückgezahlt.

Zwei städtische Kindertagesstätten bieten während der Streikzeit je eine Notgruppe an. Die Plätze reichen aber lange nicht aus, um den Bedarf zu decken.