Dinslaken: „Eine totale Fehlentscheidung“

Die Jugend-Din-Tage sind bei Kindern und Eltern beliebt.
Die Jugend-Din-Tage sind bei Kindern und Eltern beliebt.
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Was wir bereits wissen
Die Politik kritisiert auf breiter Front, dass die Stadtverwaltung die bei Kindern und Eltern beliebte Veranstaltung für dieses Jahr abgesagt hat.

Dinslaken..  Auf die Kinderfreundlichkeit der Dinslakener Stadtverwaltung ist SPD-Ratsherr Thomas Giezek im Augenblick gar nicht gut zu sprechen. Nach den aus Sicht des Jugendhilfeausschuss-Vorsitzenden verwahrlosten Kinderspielplätzen stößt ihm jetzt die Absage der Jugend-Din-Tage sauer auf. Nach seinem Dafürhalten hätte das bunte Treiben am Rathaus nicht ersatzlos gestrichen werden müssen, es hätte auch zum Rutenwall oder - wie früher - zur Bärenkampallee verlegt werden können. Auf jeden Fall hätte man darüber mitreden wollen. „Wie immer ist der Jugendhilfeausschuss aus der Zeitung informiert worden, es hätte zumindest in der Sondersitzung eine Information geben können“, ärgert sich Thomas Giezek in einem Brief an den Bürgermeister, den er umgehend um einen Gesprächstermin bittet.

Schützenhilfe erhält der SPD-Mann von der CDU: „Sehr verärgert“ ist Fraktionsvorsitzender Heinz Wansing darüber, dass die Stadtverwaltung die Jugend-Din-Tage „im Alleingang“ gestrichen hat, die Politik nicht einmal bei den letzten Sitzungen von Jugendhilfeausschuss und Rat informierte. „Das ist ein schlechter Stil und zeigt mangelnde Wertschätzung gegenüber den Jugendlichen“, so Wansing. Es sei zwar schön, dass man in diesem Jahr an der Ruhrtriennale teilnehme, man dürfe aber nicht nur groß denken, sondern müsse auch die kleinen aber feinen Dinge im Auge behalten.

Auch Michael van Meerbeck, jugendpolitischer Sprecher der CDU, kritisiert den Wegfall der Jugend-Din-Tage: „In unserer Stadt hätte es sicher eine vernünftige Alternative gegeben.“ Die Jugend-Din-Tage seien „ein unverzichtbarer Bestandteil des Stadtfestes“.

Auch für die Linke ist die Absage der Jugend-Din-Tage „eine totale Fehlentscheidung“ und Zeichen von „Durcheinander sowie fehlender Koordination“, so Ralf Bühnen, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion. Statt der Absage fordert er, die Jugend-Din-Tage zum Rutenwall zu verlegen und den Trödelmarkt noch einmal in der Fußgängerzone stattfinden zu lassen.

Kritik auch vom FDP-Ratsherren Bernd Helmut Minzenmay: Während einerseits fragwürdige Ausgaben getätigt würden, spare man bei Kindern und Jugendlichen, im aktuellen Fall fehle es alleine am guten Willen „und ein bisschen Intelligenz, mal eine passende Ausweichmöglichkeit zu finden!“