Dinslaken: Eine Kanzel für den Starter

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Was wir bereits wissen
Am Anfang fuhr der Starter einen VW-Pritschenwagen, ab den 70er Jahren einen Opel-Diplomat und seit 1990 ist er mit einem Mercedes Benz unterwegs.

Dinslaken..  Am Anfang fuhr der Starter einen VW-Pritschenwagen, ab den 70er Jahren einen Opel-Diplomat und seit 1990 ist er mit einem Mercedes Benz unterwegs. Den Rennstart hinter einem Fahrzeug haben sich die deutschen Trabrenn-Veranstalter von den Amerikanern abgeguckt. Und so ist es seit vielen Jahrzehnten üblich, dass auf dem Geläuf nicht nur Pferde und Sulkys sind, sondern auch ein Auto. Zumindest bis zum Start. Auch bei den Rennen während des NRZ-Familientages auf der Trabrennbahn am 7. Juni ist der Starterwagen in Aktion.

Bei den Rennen sind Heinz Neeten (61) und Werner Pfennig (72) mit von der Partie. Die beiden sitzen dann in dem roten Mercedes. Pfennig steuert den Wagen auf die Bahn, dann werden die Flügel ausgeklappt. Die Stahlkonstruktion ist eine Sonderanfertigung. Neeten ist der Starter und sitzt in einer Kanzel, die Pferde und die Fahrer hat er ihm Blick. Wenn sich die Traber zum Start postieren, bestimmt Neeten, seit 11 Jahren Starter in Dinslaken, das Tempo. Werner Pfennig sitzt am Steuer und hält den Wagen in der Spur. Die Geschwindigkeit bestimmt der Starter Neeten.

Jedes Pferd bekommt eine Startnummer, die Zahlen sind auch auf dem Flügel angebracht. Jeder Fahrer muss sich hinter dieser Nummer einordnen. Sie reihen sich ein und der Starter beschleunigt den Wagen bis auf 50 Stundenkilometer. „Der Starter schaut, ob jedes Pferd seinen Startplatz eingenommen hat, er entscheidet auch, ob es einen Fehlstart gegeben hat und bricht dann den Start ab“, erklärt Detlef Orth, Rennsekretär beim Niederrheinischen Trabrennverein. In dem Fall leuchtet eine auf der Stahlkonstruktion angebrachte Lampe auf. Dann wissen die Traber, dass der Start abgebrochen wurde.

Ist der Start erfolgt, drückt der Hauptstarter auf einen Kopf und die Flügel klappen zusammen. Und nun übernimmt der Fahrer wieder komplett die Kontrolle über den Wagen. Jetzt heißt es, schnell die Bahn zu verlassen.

Passiert der Wagen die Startmarke, ist er rund 60 Stundenkilometer schnell. Pfennig beschleunigt ihn dann auf 85, 90 km/h und verlässt durch ein Tor die Rennbahn. Da muss alles passen, sagt er. Nur 200 Meter habe man Luft. Sieben bis acht Sekunden vergehen, dann sind die Flügel geschlossen. 1971 hat Werner Pfennig als Fahrer angefangen. Seine wichtigste Aufgabe: die Spur zu halten. Hilfreich sind dabei Bändchen, die am Flügel befestigt sind. Keine einfache Sache, fast eine Kunst sei das.

In diesem Jahr lädt die NRZ am Sonntag, 7. Juni, zum großen Familientag auf der Trabrennbahn Dinslaken ein. Gemeinsam mit den Partnern Dintrab, den Stadtwerken Dinslaken und der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe wird ab 11 Uhr wieder ein buntes Familienfest präsentiert.

Bevor ab 14 Uhr dann die besten vier- und fünfjährigen Traber des Landes an den Start gehen, gehört das Geläuf zwischen 11 und 12 Uhr den Minitrabern. Im Hauptrennen kämpfen die Traber um den Großen Preis der NRZ.