Dinslaken: Eine große Chance für die Innenstadt

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Dinslaken..  Dass sich die Neutor-Galerie auch auf die übrige Innenstadt positiv auswirkt, ist für Henrik Dismer eigentlich keine Frage. „Die Galerie hat sich auf jeden Fall positiv ausgewirkt“, sagt der Inhaber des Schuh- und Sportgeschäfts Boogen, der selbst mit zwei eigenen Geschäften in der Neutor-Galerie vertreten ist. „Es ist wesentlich mehr Frequenz in der Innenstadt und die Kunden sehen das Einkaufszentrum als Ergänzung zum Angebot auf der Neustraße“, erklärt der Geschäftsmann. „Ich sehe öfter Menschen, die mit Einkäufen aus der Galerie auf die Neustraße kommen oder umgekehrt von der Innenstadt ins Einkaufszentrum gehen.“ Konsequenterweise hat Henrik Dismer die Öffnungszeiten seines Geschäfts auf der Neustraße bereits an jene des Einkaufszentrums angeglichen. „Die Neutor-Galerie hatte einen tollen Start. Im laufenden Jahr wird sich nun zeigen, wie sich das ganze entwickelt“, sagt Dismer.

Die Öffnungszeiten hat auch Silvia Opara, Filialleiterin der Stadtparfümerie Pieper bereits an die Neutor-Galerie angepasst. „Gerade an den Samstagen waren viel mehr Menschen auf der Neustraße unterwegs als sonst und sie blieben auch am Nachmittag länger in der Innenstadt“, sagt sie. „Vor der Eröffnung der Galerie wurde die Stadt gegen 15 Uhr immer leerer, aber jetzt sind noch sehr viele Menschen hier unterwegs.“ Neben der Filiale der Stadtparfümerie auf der Neustraße kümmert sie sich auch um die Filiale in der Galerie. In beiden liefen die Geschäfte in der Vorweihnachtszeit positiv. „Es wäre schön, wenn auch die anderen Geschäfte in der Neustraße ihre Öffnungszeiten etwas an die Galerie anpassen würden“, erklärt sie. „Es dauert sicher etwas, bis es in den Köpfen drin ist, dass die Neutor-Galerie länger geöffnet hat und auch die Geschäfte auf der Neustraße länger öffnen, aber man sollte das zumindest mal ausprobieren“, sagt die Filialleiterin der Stadtparfümerie.

Ein wenig nüchterner betrachtet man in Richtung Altmarkt die Situation in der Innenstadt. „Die Stadt war auf jeden Fall voller als in den Jahren zuvor – auch wenn ich gehört habe, dass es in der Neutor-Galerie oft relativ leer war“, sagt Dieter Waldenhoff. In seinem Haushaltswaren-Geschäft hat der Einzelhändler zwar einige neue Kunden gesehen, die oft auch wegen der Neutor-Galerie in die Stadt gekommen waren, ein deutliches Umsatzplus hätte es dadurch aber nicht gegeben.

Ähnlich beurteilt auch Katrin Kloppert vom Babyhaus Eiling die Lage. „Was die Frequenz in der Innenstadt angeht, gab es seit Eröffnung des Einkaufszentrums schon einen Trend nach oben“, sagt sie. „Ich finde es allerdings noch etwas früh, um ein Urteil zu fällen.“ Dass die Neutor-Galerie als neue Attraktion erstmal Besucher anlockt, sei klar, aber wie sich die Lage entwickelt, würde man erst nach einem Jahr wirklich einschätzen können.

Voll auf die positive Wirkung der Neutor-Galerie hat Claudia Stöcker gesetzt. Die Inhaberin des Modehauses ten Have hat mit der Filialeröffnung im neuen Einkaufszentrum einen großen Schritt gewagt. „Wir haben uns auf komplettes Neuland begeben – und unsere Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt , sagt sie. Das Modegeschäft auf den zwei Etagen der Galerie lockt nicht nur die Stammkunden aus Voerde und Hiesfeld an, sondern sorgt auch für Aufmerksamkeit bei den jüngeren Besuchern. „Der neue Laden wurde von den Kunden gut angenommen und wir sind mit den Verkäufen bislang sehr zufrieden“, sagt Claudia Stöcker.

Ob die Neutor-Galerie ein Erfolg für die Innenstadt wird, hängt allerdings auch davon ab, wie weit sich die Händler auf der Neustraße auf diese Chance einlassen.