Dinslaken: Einblick ins hohe Politikgeschäft

Moderator Roland Donner hatte viele Fragen an Rita Süssmuth.
Moderator Roland Donner hatte viele Fragen an Rita Süssmuth.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Rita Süssmuth plauderte bei „Das Maaß ist voll“ frei über ihre Politikerfahrungen.

Dinslaken..  Wenn eine ehemalige Bundesministerin und Bundestagspräsidentin zu Besuch kommt, dann ist auch Moderator Roland Donner erfreut. „Ich habe sie zufällig am Flughafen getroffen und einfach angesprochen“, erklärt der Moderator seinen Gästen in der ausverkauften Traditionskneipe Maaß. Die Antwort von Rita Süssmuth, auf seine Einladung, in die Show zu kommen: „Ihr Format hört sich interessant an. Ich komme gerne, aber vorher muss ich noch zu Markus Lanz.“

Das Dinslakener Publikum erlebt eine Politikerin, die sich Gedanken über diesen Wirkungskreis gemacht hat – und diese auch mit den Zuschauern in der Gaststätte teilt. Natürlich fragt Donner nach ihrem neuen Buch „Das Gift des Politischen“. Dessen Titel, so sagt Rita Süssmuth, sei nicht so zu verstehen, dass man die Finger vom Engagement in Sachen Politik lassen sollte – ganz im Gegenteil. „Es gibt Gifte, gegen die man gefeit sein muss und das vergisst man manchmal“, erläutert die ehemalige Bundesministerin und Bundestagspräsidentin. So begegnete ihr zum Beispiel bei der Forderung nach gleicher Bezahlung für Männer und Frauen das Totschlagargument, dies sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Ein Statement, das sie schon häufiger zu hören bekam. „Wenn man genau hinschaut, stimmt das meistens nicht“, erklärt Rita Süssmuth.

Als das zweite „Gift“ hat die erfahrene Politikerin den Fall ausgemacht, die Bürger nicht beunruhigen zu wollen. „Wenn es ein Problem gibt, dann muss man den Menschen sagen, was man weiß und wie man mit der Angelegenheit umgehen möchte“, erklärt sie. Ein ähnlich offener Umgang wäre ihr in der Politik auch lieb, wenn es um die Fachkompetenz von Volksvertretern gibt. „Es ist nicht so, dass Politiker keine Angst vor den Bürgern hätten. Die stellen nämlich manchmal Fragen, auf die wir keine Antworten haben“, erläutert Rita Süssmuth. Und dann sollte man so ehrlich sein, und zugeben, dass man gerade keine Lösung anbieten kann, anstatt sich aus der Situation herauszureden. „Das könnte zu einem größeren Vertrauensverhältnis zwischen Bürgern und Politikern führen“, sagt sie. „Und da sollten wir Frauen nicht so viel von den Männern lernen“, kommt mit einem Augenzwinkern hinterher.

Frauenpolitik ist natürlich ein großes Thema. Sowohl für die Politikerin, als auch für Kabarettistin Cordula Völker, die sich in ihrer Rolle als Elke Koschinsky auf die Bühne mogelt. Allerdings nicht, ohne die politische Arbeit des Stargasts in der Gaststätte zu kommentieren. „Rita Süssmuth hat schon grüne Frauenpolitik gemacht, bevor es die Grünen gab und war bei dem Thema so weit links, dass die SPD nicht schnell genug gucken konnte“, sagt die Kabarettistin. Warum geht man dann mit dieser Einstellung in die CDU. Die erfahrene Politikerin antwortet humorvoll: „Ich war von meinem Elternhaus her von der katholischen Soziallehre geprägt. Aber bei der CDU habe ich in Sachen Frauenpolitik einfach den meisten Veränderungsbedarf gesehen“, sagt Rita Süssmuth mit einem Lächeln im Gesicht. Applaus und Lacher vom Dinslakener Publikum.

Das feiert auch die Musikeinlagen von Roland Donner (Gesang) und Melvin Schulz-Menningmann (Klavier) und Cordula Völker, die sich ebenfalls als Liedermacherin präsentiert und einige Fragen zum Theater „Halbe Treppe“ in Lohberg beantwortet. Applaus vom Publikum für die Gäste.

Comedian Markus Krebs am 22. Mai zu Gast

Die nächste Ausgabe von „Das Maaß ist voll“ gibt es am 22. Mai um 21 Uhr. Dann kommt Comedian Markus Krebs in die Gaststätte, um mit Roland Donner zu plaudern.

Vom Ticketpreis von 15 Euro geht jeweils ein Euro an den Verein Kidsvision, der Kinder mit seltenen Krankheiten und deren Familien unterstützt. Mehr Infos im Internet: www.kidsvision.de