Dinslaken: Ein Projekt mit vielen Fragezeichen

Die große Kohlenmischhalle auf dem einstigen Zechengelände spielt eine große Rolle bei den Betriebshof-Plänen.
Die große Kohlenmischhalle auf dem einstigen Zechengelände spielt eine große Rolle bei den Betriebshof-Plänen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Ein zentraler Betriebshof für den Din-Service wäre wünschenswert. Aber lässt sich ein Vorhaben, das 24 Millionen Euro kosten soll, stemmen?

Dinslaken..  Eventuell 21 Millionen Euro für die Sparkasse, möglicherweise ein neues Technisches Rathaus und nun der neue zentrale Betriebshof, der nach der ersten Schätzung 24 Millionen Euro kosten kann (wir berichteten). Ist all das zu stemmen?

Wenn sich der Betriebsausschuss nächsten Mittwoch mit der Vorlage der Verwaltung beschäftigt, wird noch keine Entscheidung gefällt. Der vorgelegte Bericht steckt den finanziellen Rahmen ab, in dem man sich bewegen könnte. Er macht aber auch deutlich, dass noch viele Fragezeichen hinter dem Projekt stehen. Eines steht allerdings wohl schon fest: Die Stadt wird als Bauherr auftreten. Ein Experte meint, dass das Vorhaben nur eine geringe Eignung zur Umsetzung im Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) hat.

Das bedeutet, die Stadt muss die Baukosten alleine aufbringen. Und das heißt, sie muss dafür einen Kredit aufnehmen. Die kalkulierten Kosten von 24 Millionen Euro verteilen sich bis 2018 wie folgt: Für dieses Jahr sind vier Millionen Euro vorgesehen, 1,5 Millionen im nächsten Jahr, 8,5 Millionen in 2017 und zehn Millionen in 2018.

Die Verwaltung gebe eine Empfehlung, einen möglichen Weg zu beschreiten, umschreibt Stadtpressesprecher Horst Dickhäuser die Vorlage. Man sei überzeugt, dass es machbar wäre, auch wenn der neue Betriebshof 24 Millionen Euro kosten würde. „Die Kosten orientieren sich an einem Musterbetriebshof“, räumt Dickhäuser ein. Die Zahl werde sich noch ändern. Ob nach oben oder nach unten ist allerdings offen.

Einige andere Fragen sind ebenfalls noch zu klären: Zurzeit wird ein Bodengutachten erstellt, dann gibt es die Frage nach der Verkehrsführung. Und was passiert mit der Kohlenmischhalle. Die Stadtwerke wollen das Hallendach mit Solar-Modulen bestücken, sich aber nicht an der Sanierung des Daches beteiligen. Und was geschieht mit den jetzigen Standorten? Ein Verkauf wäre die beste Lösung.

Die Kohlenmischhalle bietet Vorteile, meint Heinz Wansing (CDU) auf Anfrage der NRZ. „Wenn wir eine Zentralisierung wollen, ist der Standort alternativlos.“ Und ist es zu finanzieren? Wansings persönliche Meinung lautet: Ja. Er verweist auf neun Millionen Euro, die in den nächsten Jahren in die jetzigen Standorte investiert werden müssten. Wansing erinnert auch an die Entscheidung, in den Standort Otto-Lilienthal-Straße 600 000 Euro zu investieren. Das Geld hätte gereicht, um die Zinsen für die nächsten vier Jahre zu bezahlen. „Wenn es politisch gewollt ist, können wir es schaffen.“ Auch weil gut ein Drittel der Baukosten über die Gebühren refinanziert werden kann. Schon jetzt werden in den Gebührensatzungen die kalkulatorischen Kosten (Zinsen und Abschreibungen) für die Standorte berücksichtigt.