Dinslaken: Ein Förderverein für die Fliehburg

Stellten den Förderverein vor (v.l.): Barbara Tkotz (für die Caritas im Vorstand), Guido Busch und Lilo Wallerich.
Stellten den Förderverein vor (v.l.): Barbara Tkotz (für die Caritas im Vorstand), Guido Busch und Lilo Wallerich.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Der im April gegründete Förderverein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Lebenssituation der Flüchtlinge in dem Übergangsheim zu verbessern.

Dinslaken..  Immer mehr Menschen fliehen aus ihren Heimatländern vor Kriegen, Terror, Hunger. Auch in Dinslaken finden diese Menschen vermehrt Unterkunft. Um die Lebenssituation dieser Menschen im von der Caritas geführten städtischen Übergangsheim an der Fliehburg weiter zu verbessern, hat sich unter der Federführung von Lilo Wallerich bereits im April vergangenen Jahres ein Förderverein Fliehburg gegründet.

„Egon Schulz und ich haben uns damals zusammengesetzt und beschlossen, wir müssen irgendwie vermehrt helfen“, erinnert sich Lilo Wallerich, die sich auch als grüne Politikerin für Flüchtlinge einsetzt. „Wichtig ist es aber auch, dass sich hier in Dinslaken Menschen zusammenfinden, die den Flüchtlingen positiv entgegen stehen, die sie gerne aufnehmen, die eine Willkommenskultur pflegen.“ Und sie sei bei ihren ersten Ansprachen auf offene Ohren und Türen gestoßen. Der Mitgliedsbeitrag von 10 Euro jährlich, so Wallerich, sei bewusst niedrig gehalten worden. „So kann sich jeder, der will, eine Mitgliedschaft leisten.“ Nach oben seien natürlich keine Grenzen gesetzt, fügt sie lächelnd hinzu.

Denn Geld benötigt der Verein allemal. Da gab es im vergangenen Jahr Familien, die vom Übergangsheim in Wohnungen der Innenstadt gezogen sind. „Da fehlte es logisch an Teilen der Wohnungseinrichtung und wir sprangen helfend ein“, so Guido Busch, stellv. Vorsitzender des Vereins. Auch ein Schokoticket für die Fahrt in den Kindergarten zahlte der Förderverein für eine Familie, die inzwischen an der Talstraße wohnt. Fahrräder sollen vermehrt angeschafft werden, denn „die Fliehburg ist mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln nicht mehr erreichbar“, so Wallerich.

„Inzwischen sind schon viele Spenden bei uns eingegangen, denn viele Menschen wollen gerne helfen“, erzählt die Vorsitzende. Doch es fehle noch an allen Ecken und Kanten. So habe sie seit Weihnachten Druck gemacht, dass endlich die Telefone in Ordnung gebracht werden. „Erst dann können wir über einen Computerstandort nachdenken, damit die Familien hier mit den Angehörigen in ihren Heimatländern Kontakt aufnehmen können.“ Des Weiteren soll in diesem Jahr ein Bolzplatz für die derzeit 121 Kinder entstehen, „es gibt auch schon Trainerzusagen vom TV Jahn Hiesfeld für den Unterricht“. Sprachunterricht, Lernhilfe, Kinderbetreuung, Freizeitaktivitäten, um all dies möchte sich der Verein gerne kümmern. Hinzu kommen noch Hilfeleistungen bei Behördengängen, bei der Wohnungssuche. Auch Sachspenden, Kleidung, kleinteilige Haushaltsgeräte benötigt der Verein. „Wir können nicht alles sofort leisten, es braucht seine Zeit, aber wir sind auf einem guten Weg. Und je mehr sich anschließen, durch persönliche oder finanzielle Hilfe, je mehr kann für die Integration der Flüchtlinge geleistet werden.“

Rund um Förderverein und Fliehburg

Gegründet wurde der Förderverein Fliehburg im April 2014. Als Vorsitzende fungiert Lilo Wallerich, als ihr Stellvertreter Guido Busch. Zu erreichen ist Lilo Wallerich über das Übergangsheim für Flüchtlinge, An der Fliehburg 19, 02064/12797, foerderverein@fliehburg-dinslaken.de.

30 Mitglieder zählt der Verein inzwischen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 10 Euro jährlich. Über die Kontoverbindung informiert der Förderverein Fliehburg unter o.a. Anschrift.

In der Fliehburg leben zurzeit 336 Bewohner, davon 58 Familien und 73 Singlehaushalte (vorwiegend Männer). Die Häuser sind mit 40 Personen belegt, zehn mehr als ursprünglich vorgesehen. Weitere Zuweisungen wird es ab Montag geben.