Dinslaken: Der Verunsicherung entgegentreten

Michael van Meerbeck (v.l.n.r.), Christiane Kröger, Heinz-Josef Kessmann sowie Melanie Borowik und Bodo Hardel vom Haus der offenen Tür.
Michael van Meerbeck (v.l.n.r.), Christiane Kröger, Heinz-Josef Kessmann sowie Melanie Borowik und Bodo Hardel vom Haus der offenen Tür.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Der Caritas-Diözesanverband unterstützt das Projekt „Je suis Muslim“, das seit April in Lohberg läuft.

Dinslaken..  In Lohberg grummelt es weiter, auch wenn die Anhänger des Salafismus aus den Schlagzeilen verschwunden sind. Er ist in diesem Stadtteil weiterhin ein Thema. Das merken die Mitarbeiter der Caritas, die mit der Offenen Tür (OT) ein Angebot für Jugendliche machen. Seit April läuft dort das Präventionsprojekt „Je suis muslim“ („Ich bin Muslim“). Jetzt hat sich der Caritas-Diözesanverband entschieden, die Lohberger Aktivitäten finanziell zu unterstützen. Aus diesem Grund war gestern Heinz-Josef Kessmann, Vorsitzender der Caritas-Gemeinschaftsstiftung, vor Ort, um einen Scheck über 2000 Euro zu überreichen.

Nicht erst seit dem Auftauchen der Salafisten sei die Situation in Lohberg prekär, erklärt Caritasdirektor Michael van Meerbeck. Schon davor war die konservative Haltung einiger Muslime aufgefallen. Aus seiner Sicht wäre es falsch, das Thema Salafismus zu verharmlosen und einfach wegzuschauen. Es dürfe aber auch nicht dazu führen, dass Lohberg kaputt geschrieben werde. Die Caritas will mit ihren Angeboten helfen, die Jugendlichen unterstützen. Und dass diejenigen, die durch die offene Tür hereinkommen, Bedarf haben, mit anderen über ihre Situation sprechen wollen, das merken die Caritas-Mitarbeiter Melanie Borowik und Bodo Hardel.

Im vergangenen Jahr war es das Projekt „Xtrem-ist-muß“, seit April steht „Je suis Muslim“ im Vordergrund. Borowik hat bei den Jugendlichen eine starke Verunsicherung festgestellt. Sie fragen sich, ob sie ein guter Muslim seien, wenn sie nur fünfmal beten. Es geht darum, die Jugendlichen, die Nachteile erfahren, weil sie in Lohberg leben, zu stärken. Diese Situation nutzen Salafisten aus. Das Projekt tritt dieser Verunsicherung entgegen, es will helfen, dass die Jugendlichen auf die Propaganda-Botschaften nicht hereinfallen. Salafisten nutzen, so Borowik, die sozialen Netzwerke, schicken Mails an die Jugendlichen, nehmen über Handy-Programme Kontakt mit ihnen auf. Wie viele Nachrichten die Jugendlichen erhalten, wisse sie nicht. „Wir sehen aber, dass etwas da ist“, sagt Borowik.

Dank der Finanzspritze kann ein Sozialwissenschaftler das OT-Team in der Präventionsarbeit unterstützen. Bis zum Ende des Jahres werden regelmäßig Gesprächstermine angeboten.