Dinslaken: Der Müll wird nicht weniger

Die Freiwilligen befreiten den Volkspark vom Müll.
Die Freiwilligen befreiten den Volkspark vom Müll.
Foto: FUNKE Foto Services
Freiwillige Helfer der IG Feldmärker Vereine sammelten im Volkspark wieder säckeweise Unrat ein.

Dinslaken..  Im vorigen Jahr sei „Flachmann-Tag“ gewesen, schmunzelte Carl Schiedeck. Im Moment scheint allerdings Wodka hoch im Kurs zu stehen. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Feldmärker Vereine und seine Helferinnen und Helfer räumten am Samstag den Volkspark auf und erbeuteten vor allem wertloses Altglas. „Ich war’s nicht“, versicherte der stellvertretende Bürgermeister Eyüp Yildiz (SPD) scherzend, der zum ersten Mal mit Zange und Tüte durch den Wald stapfte. Die Stimmung unter den 30 Männern und Frauen war gut, auch wenn der Anblick des Müllberges eher traurig war.

Da, wo sich Menschen aufhalten, entsteht Abfall, ein unvermeidlicher Teil des zivilisierten Lebens. Achtlosigkeit muss allerdings nicht dazu gehören. Dass Menschen im Rausch den guten Willen verlieren, ist die eine Sache. Aber was der Verein sonst zu Tage förderte, war ein Hohn gegen die Natur. Neben Betten, Radios und Staubsauger fischte die Gruppe auch elf Zeitungspakete aus dem Buschwerk. „Wir haben manchmal das Gefühl, die Leute schmeißen absichtlich vor unserer Sammelaktion den Müll in den Wald“, meinte Schiedeck.

Traurige Kontinuität

Seit Bestehen Vereins treffen sich die Dinslakener jedes Jahr, um den Wald zu säubern. Dabei ist das Sammelresultat von trauriger Kontinuität gezeichnet. Man könne nicht sagen, dass der Müll im Laufe der Zeit mehr oder weniger würde. „Mit dem kleinen Kastenwagen werden sie wohl nicht auskommen“, urteilte der 2014 ins Amt gehobene Vorsitzende über den vom DIN-Service bereitgestellten Wagen.

Der amerikanische Präsident John F. Kennedy sagte einmal: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“ So sahen das auch die Männer und Frauen der Interessengemeinschaft, als sie sich 1962 zusammen fanden, um ihren Wohnort schöner, lebensfroher zu gestalten und die Kommunikation zwischen den Vereinen zu stärken. „Die Stadt kann nicht alles machen“, sagte Schiedeck. „Wir wollen uns in unserem Ortsteil wohlfühlen.“ Die Sammel-Aktion ist nur ein Aspekt des Programms, die von Seiten der Politik volle Unterstützung erhält.

Unterstützung aus der Politik

Bei der anschließenden Stärkung im Vereinshaus des SC Wacker Dinslaken nach dem einstündigen Rundgang fand Yildiz viel Lob für das Engagement des Säuberungstrupps: „Das hier ist eine ehrenamtliche Tätigkeit. Dem muss man Respekt zollen.“ Auch Heinz Wansing (CDU) beteiligte sich an der Suche. Für die Grünen ist die Unterstützung ebenfalls eine klare Sache. Ratsmitglied Malte Kemmerling eilte suchend durch den Wald und konnte sich über einen Wok freuen. Leider gebraucht. Zusammen mit Patrick Müller, dem Vorsitzenden der Jusos, diskutierte Kemmerling im Vereinshaus über die Möglichkeiten der Prävention: „Ich finde, dass man mehr Mülleimer aufstellen könnte.“

Die Säuberungsaktion ist nicht die einzige. Auch am Tenderingssee räumten ehrenamtliche Kräfte, darunter die Mitglieder des TV Bruckhausen, am 21. März auf.