Dinslaken: Das Auto bleibt drei Wochen stehen

Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Heute beginnt die Aktion „Stadtradeln“. Dezernent und Politiker gaben am Samstag ihre Fahrzeugschlüssel ab. Sie verzichten drei Wochen lang auf ihr Auto und legen alle Wege mit dem Fahrrad zurück.

Dinslaken..  Zum Parkplatz am Rutenwall fuhr er noch mit seinem Pkw, kurz darauf musste Planungsdezernent und Kämmerer Dr. Thomas Palotz beim „Tag der Städtebauförderung“ seinen Schlüssel aus der Hand geben. Palotz ist einer der drei Dinslakener „Stadtradler-Stars“, die im Rahmen der deutschlandweiten Kampagne „Stadtradeln“ drei Wochen lang auf ihr Auto verzichten und alle Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. Die Ratsherren Gerd Baßfeld (Linke) und Thomas Giezek (SPD), die beide im Agenda-Rat der Stadt tätig sind, händigten Bürgermeister Dr. Michael Heidinger am Samstag ebenfalls ihre Autoschlüssel aus, alle drei Pkw wurden schließlich symbolisch eingemottet.

Ziel der Aktion sei es, so Thomas Pieperhoff, Referent des Bürgermeisters, 21 Tage lang möglichst viele Menschen auf das Rad zu bringen. Die positiven Auswirkungen für die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger seien ja nicht von der Hand zu weisen – Radfahren fördert die Gesundheit, erleichtert besonders im Innenstadtbereich teilweise die Mobilität im Alltag, ein Radfahrer spart sich die Spritkosten und schützt ganz nebenbei natürlich das Weltklima. Koordiniert wird die Kampagne vom Klima-Bündnis, dem Dinslaken seit 2009 angehört. Bürgermeister Heidinger betonte dass Dinslaken den Anspruch habe, fahrradfreundliche Stadt zu werden. Ein erster Schritt in diese Richtung sei die Anschaffung von Dienstfahrrädern für städtische Mitarbeiter gewesen, auch er werde während des „Stadtradelns“ möglichst viele seiner Wege mit dem Drahtesel zurücklegen.

Dr. Thomas Palotz geht seinen Verzicht auf das Auto mit sportlichem Ansporn an: „Wenn ich morgens aus dem Fenster schaue und es regnet, sich dann auf das Fahrrad zu setzen, wird die größte Herausforderung.“ Etwa 16 Kilometer wird der in Bottrop-Kirchhellen wohnhafte Dezernent von nun an täglich auf zwei Rädern zurücklegen, er plant, gegen 7.30 Uhr das Haus zu verlassen. Sein Weg führt ihn vorbei am Heidhofsee über den Rotbachwanderweg bis zu seinem Ziel, den Stadtwerken Dinslaken. „Dort besteht für mich eine Duschmöglichkeit und ich bin unmittelbar an meinem Arbeitsplatz, dem technischen Rathaus“, erklärte Palotz. Thomas Giezek hat sich vorgenommen, täglich 30 bis 40 Kilometer radelnd unterwegs zu sein und dabei vor allem die Fahrradwege auf ihren Zustand zu kontrollieren. Sein besonderer Dank gilt dem DIN-Service, der noch rechtzeitig zum Start der Aktion störende Wurzeln auf dem Fahrradweg an der Karl-Heinz-Klingen-Straße entfernen konnte.

Gerd Baßfeld hat bereits vor zweieinhalb Jahren anlässlich seiner Berentung ein Auto abgeschafft. „Bis auf Großeinkäufe lege ich ohnehin alle Wege mit dem Rad zurück“, sagte Baßfeld. Auch er möchte mit seiner Teilnahme dafür sorgen, dass Fahrradwege in Dinslaken zukünftig besser in Schuss gehalten werden.

Viele Kilometer mit dem Rad zurücklegen

Während des Aktionszeitraums vom 11. bis zum 31. Mai sollen angemeldete Teams möglichst viele Kilometer, egal ob beruflich oder privat, mit ihrem Rad zurücklegen. Ausgezeichnet werden durch das Klima-Bündnis die fahrradaktivsten Kommunalparlamente und Kommunen. Die Stadt Dinslaken prämiert zudem das aktivste Team.