Dinslaken: Borsten halten die Fische auf

Seit November ist diese Sperre am Rotbach entstanden.
Seit November ist diese Sperre am Rotbach entstanden.
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Was wir bereits wissen
Der Lippeverband errichtete vor dem Pumpwerk eine Sperre. Sie verhindert, dass die Fische dort hinein gelangen.

Dinslaken..  Neue Besen kehren gut. Heißt es im Volksmund. Umgekehrte Besen sind auch nützlich. Sagt der Lippeverband. Denn an auf dem Kopf stehende Besen erinnert das in den vergangenen Monaten am Rotbach in Hiesfeld entstandene Bauwerk. Damit soll verhindert werden, dass Fische in das Pumpwerk hinein gelangen.

Eigentlich fließt ja ein Fluss oder ein Bach von alleine von der Quelle bis zur Mündung. Doch der Bergbau hat es geschafft, dass es in Hiesfeld nicht mehr geht. Damit das Wasser des Rotbaches weiterhin den Rhein erreicht, musste ein Pumpwerk gebaut werden. Und seit 1996 sorgt es dafür, dass die Fläche hinter dem Gustav-Heinemann-Schulzentrum nur bei Hochwasser feucht wird, dass sich der Rotbach quer durch die Stadt schlängeln und im Rhein münden kann.

Doch gab es hin und wieder Probleme mit Fischen, die ins Pumpwerk gelangten und diese „Reise“ nicht überlebten. Die Experten des Lippeverbandes überlegten. Wie Projektleiter Jens-Uwe Drews berichtet, habe man dafür verschiedene Lösungen wie Licht-, Schall-, oder Blasenvorhänge, aber auch Rechensysteme, Trommelsiebe und Fischpumpen vorgesehen. Sie wurden allerdings allesamt verworfen. Letztendlich konnte keines von diesen Systemen so sehr überzeugen wie die Einschwimmsperre, die jetzt im Zulauf zum Pumpwerk nachgerüstet wurde. Zu den Einbauten gehört eine Art Steg über den Bach, der durch die eigentliche Sperre, eine besenähnliche Konstruktion vor dem Einlauf zum Pumpwerk, ergänzt wird. Solche Sperren sind häufig vor Wasserkraftwerken installiert worden.

Drei Jahre wird nun beobachtet

Dank des Pumpwerks, einer Druckleitung und eines Rücklaufs bleibe die ökologische Durchgängigkeit des Rotbaches erhalten, erklärt Drews. Wasserlebewesen können in beide Richtungen im Bach wandern.

In den nächsten drei Jahren wird der Lippeverband beobachten, wie sich das gut 170 000 Euro teure Bauwerk bewährt, welche Fische im Bach zu finden sind. Der Lippeverband selbst hat keine Fische ausgesetzt.

Bachforelle, Rotauge und Flussbarsch

Bei einer Elektrobefischung, die Ende Oktober auf einer 350 Meter langen Strecke des Rotbaches oberhalb der Hiesfelder Mühle stattgefunden hat, wurden diese Arten im Rotbach gefunden: Aal, Bachneunauge, Bachforelle, Gründling, Karpfen, Rotauge, Rotfeder, Schmerle, Dreistachliger Stichling, Neunstachliger Stichling, Flussbarsch, Bitterling. Diese sind auch alle im Gewässer heimisch.

Von insgesamt 983 bestimmten und vermessenen Fischen, waren die größten eine 35 cm lange Forelle und zwei Flussbarsche. Besonders erwähnenswert sind die Bachneunaugen, eine selten gewordene Art, die zur Familie der „Rundmäuler“ gehört und im Rotbach noch mit einer größeren Population heimisch ist. Alle Fische wurden wieder ins Gewässer eingesetzt und haben keinen Schaden genommen.