Dinslaken: Berolina Ensemble überzeugte

Der Donnerstagabend  im Rahmen des Fantastivals gehörte der klassischen Musik. Im Burginnenhof verfolgten die Zuhörer den  Auftritt des preisgekrönten Berolina Ensembles.
Der Donnerstagabend im Rahmen des Fantastivals gehörte der klassischen Musik. Im Burginnenhof verfolgten die Zuhörer den Auftritt des preisgekrönten Berolina Ensembles.
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Was wir bereits wissen
Sommernacht der Klassik: Ludwig van Beethovens „Septett Es-Dur“ war das zentrale Element des Auftritts.

Dinslaken..  Es ist Wolfgang Kammann, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei den Stadtwerken Dinslaken, der schon vor dem Auftritt des Berolina Ensembles zusammenfasst, was die Zuschauer im Burginnenhof erwartet: „Wer bei der Jungen Sommernacht der Klassik auftritt, der hat frischen Wind in die Klassikszene gebracht“, sagt Kammann und lässt dann die Ensemblemitglieder und ihre Musik sprechen. Und die haben dem Publikum ein ganz besonderes Konzertprogramm mitgebracht.

Das zentrale Element ist Ludwig van Beethovens „Septett Es-Dur“, das Stück, das ihm zum Durchbruch verhalf und heute noch eins seiner beliebtesten Werke ist. Die jungen Musiker interpretieren die Musik auf höchstem technischen Niveau und mit viel Gefühl. Egal ob fröhliche Melodien oder leicht melancholische Passagen, leise Töne oder fulminante, dichte Klanggefüge: Die Mitglieder des Berolina Ensembles beherrschen alle Spielarten der klassischen Musik und immer wieder können die Zuschauer die individuelle Virtuosität der Instrumentalisten heraushören. Ob dies ungewöhnlich schnelle Tonfolgen für Geige oder Klarinette sind, gefühlvolle Passagen oder phrasiert gestaltete Melodiefolgen.

Der Hörgenuss ist beim Berolina Ensemble auch Abseits von Beethovens Meisterwerk gegeben. „Wir überlegen immer, was man neben diesem Septett noch spielen kann“, erklärt Violinist David Gorol, der Gründer der Klassik-Formation. Die Antwort liegt eigentlich nahe: Musik, die vom Geniestreich Beethovens inspiriert wurde. Adolphe Blancs „Septett E-Dur“ ist eines dieser Werke. Auch hier mischen sich die unterschiedlichen Klänge, von Solopassagen einzelner Instrumente bis hin zu dichten Klanggefügen, bei denen das gesamte Ensemble im Einsatz ist, von fröhlichen Melodien bis hinzu dunklen Tönen.

Etwas leichter, und mit einem Augenzwinkern, kommt da die „Serenata in vano“ (übersetzt in etwa „vergebliche Serenade“) von Carl August Nielsen daher. Der Bratschist komponierte das Stück extra für eine Aufführung zusammen mit Beethovens berühmten Septett. Allerdings ohne den Anspruch, musikalisch neben diesem bestehen zu können, sondern eher mit Humor.

So ist die Musik die musikalische Erzählung eines Mannes, der seine Angebetete mit einem angeheuerten Instrumentalisten-Ensemble bezirzen will, dass unter ihrem Balkon spielt. Die Balkontür bleibt aber verschlossen. Hier spielt das Berolina Ensemble nicht nur das Einspielen der angeworbenen Musiker nach, sondern auch die werbende Melodie und schließlich den Abmarsch der Gescheiterten.

Ähnlich lustig und wild wird es noch bei der Kurzfassung von „Till Eulenspiegel“, der Tondichtung von Richard Strauss, vermeintlich von einem Franz Hasenöhrl (eventuell Strauss selbst) komponiert. Man hört, wie sich der bekannte Schelm in allerlei Abenteuer stürzt, bevor am Ende mit düsteren Tönen sein Todesurteil folgt. Ganz anders das Urteil der Zuschauer im Burginnenhof: Die danken dem Ensemble mit lautem, langen Applaus und „Bravo“-Rufen für das außergewöhnliche Konzert.