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Dinslaken: Aufbruch zu mehr Verständnis

20.01.2015 | 23:00 Uhr
Dinslaken: Aufbruch zu mehr Verständnis
Foto: Heiko Kempken

Dinslaken/Voerde/Hünxe.   Am Tag nach der Kundgebung gegen Hass und Gewalt fiel das Fazit bei Christen und Muslimen durchweg positiv aus. Freude über die Beteiligung aus den Nachbarkommunen.

Am Tag nach der friedlichen Demonstration gegen Hass und Gewalt auf dem Neutorplatz bleibt das Fazit ein gutes: „Es war eine tolle Aktion. Vor allem, dass so viele Muslime gekommen sind, hat mich überrascht“, sagte Dinslakens SPD-Stadtverbandsvorsitzender Friedhelm Wlcek gestern. „Beeindruckt“, weil mehr als 1000 Menschen zur Kundgebung gekommen waren, zeigte sich CDU-Stadtverbandsvorsitzender Horst Miltenberger. „Es war ein tolles Signal und wir haben gezeigt, dass Dinslaken nicht das ist, was in den Medien gerade häufig transportiert wird“, so Miltenberger.

Positiv bewertet SPD-Chef Wlcek auch den Zuspruch aus den umliegenden Kommunen, vor allem aus Voerde: „Wir haben viele Bekannte getroffen, auch solche, die nicht parteipolitisch engagiert sind oder irgendeiner Organisation angehören“, so Wlcek. Ein Eindruck, den auch Stadtsprecher Horst Dickhäuser im Rahmen seiner durchweg positiven Gesamtbewertung teilte: „Viele Bürger aus den Nachbarkommunen haben uns zur Seite gestanden“, so Dickhäuser. So reisten Hünxer und Voerder an, darunter Bürgermeister Dirk Haarmann und Vertreter der Fraktionen im Stadtrat. Voerde müsse auch als nicht unmittelbar betroffene Stadt „Flagge zeigen“ betonte Haarmann. Letztlich handele es sich nicht um ein vorrangig Dinslakener, sondern um ein „gesellschaftliches Problem“. Dass so etwas auch in jeder anderen Stadt passieren kann, lasse sich nicht ausschließen. Bei der Mahnwache hat Haarmann, der die deutliche Distanzierung des islamischen Terrors hervorhob, einen „Aufbruch zu einem noch intensiveren Dialog und noch besseren gegenseitigen Verständnis“ der Kulturen wahrgenommen. Es sei deutlich geworden, dass diese im Kampf gegen den Terror und gegen Fremdenfeindlichkeit „zusammenstehen“.

Hasan Gördü, Sprecher der türkisch-islamischen Gemeinden in Friedrichsfeld und Möllen, äußerte sich „überwältigt“ von der großen Anzahl der Menschen, die sich zu der Mahnwache einfanden. Die Veranstaltung bezeichnete er als „rundum gelungen“ und lobte die „sehr guten Reden“. Gördü, der für die CDU im Voerder Stadtrat sitzt, hat, wie er betont, bei der Veranstaltung „einen Halt gespürt“ und wahrgenommen, „dass man zusammengehört“ und als Muslim „doch nicht alleine ist“.

Auch Muslime aus Lohberg, die über die Niag eigens einen großen Gelenkbus geordert hatten, um zu der Kundgebung zu kommen, äußerten sich nach der Veranstaltung zufrieden. Richtigerweise sei noch einmal klargestellt worden, dass man mit den Extremisten nichts zu tun habe und sich als Muslim deutlich davon distanziere. Das übrigens sei nicht nur hinsichtlich der Greueltaten, sondern im Allgemeinen so, unterstrich Remzi Ugur als Vertreter des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) im Gespräch mit der NRZ.

Die lobenswerte und gute Kundgebung könnte ein Startsignal für mehr Kontinuität im christlich-islamischen Dialog sein, hofft er. „Es ist gut, dass wir mit dem Integrationsbeauftragten Burhan Cetinkaya nun jemanden haben, der sich hauptberuflich darum kümmert“, so Remzi Ugur.

Petra Keßler und Ralf Kubbernuß

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2015-01-20 23:00
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