Dinslaken: Auf der Zielgeraden

Bernd Lohse und Ruth Reuter auf dem fast fertigen Lohberg Corso.Foto:Heiko Kempken
Bernd Lohse und Ruth Reuter auf dem fast fertigen Lohberg Corso.Foto:Heiko Kempken
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
RAG Montan Immobilien und Stadt Dinslaken stellten gestern die Fortschritte der Arbeiten auf dem ehemaligen Zechengelände vor.

Dinslaken..  Das Siedlungsinteresse in Lohberg sei groß, sagt Bernd Lohse von der RAG Montan Immobilien augenzwinkernd. Die ersten Mieter haben schon zugesagt und werden bereits in allernächster Zeit von Zeche Zollverein ins KreativQuartier nach Lohberg ziehen. Und auch ein Hotel wird zum gleichen Zeitpunkt am Bergpark eröffnet. Erstaunte Gesichter – und sogleich die Auflösung des Rätsels: Zwei Bienenvölker werden mit Hilfe der Nabu umquartiert und ihr Zuhause am Übergang vom Bergpark in die Haldenlandschaft finden. Hier werde auch ein großflächiges „Insektenhotel“ entstehen, so Lohse lachend.

Er hat auch gut Lachen, denn die Arbeiten auf dem ehemaligen Zechengelände laufen in die „Zielgerade“. An jeder Ecke wird gewerkelt, glätten Bagger den Boden, schaufeln andere Erde auf. Und überall vermeldet die RAG Fortschritte bei ihren Arbeiten. So ist im Wohncluster der Boden bereits bereitet für die anstehenden Wohngebiete. Über mangelnde Nachfragen von Bauträgern und Privatbauherren können sich Bernd Lohse und Ruth Reuter von der Stadt Dinslaken nicht beklagen. Ab Mai wird die RAG MI mit dem Bau der Erschließungsstraßen innerhalb des neuen Wohngebietes beginnen. Im Frühjahr 2016 sollen sie beendet sein. Der erste Bauabschnitt ist entlang des Bergparkes geplant. „Mein Traum wäre es, bereits in diesem Jahr die ersten Richtfeste zu feiern“, gesteht Lohse. Ende April soll es für private Bauherren eine Infoveranstaltung im Ledigenheim geben.

Ruhrtriennale auf Lohberg

Der Rückbau der alten Gebäude im Zentralbereich ist ebenfalls so gut wie beendet. Und mit dem lange geplanten Abriss des ehemaligen Kauengebäudes werden die Abbruchmaßnahmen im Frühjahr abgeschlossen. Neubauten sind für das kommende Jahr angedacht, wie beispielsweise der neue Awo-Kindergarten in der ehemaligen Heizzentrale.

Es muss auch zügig vorangehen, immerhin wartet im Sommer ein Highlight auf die Besucher des KreativQuartiers – die Ruhrtriennale mit großer Eröffnungsfeier am 14. August und der Premiere des Theaterstücks „Accattone“. In der alten Kohlenmischhalle soll das Event stattfinden. Die sieht derzeit eher wie ein Schweizer Käse denn wie eine Festhalle aus. Doch Lohse verspricht, die Halle „bis dahin zu ertüchtigen“. Anschließend soll sie für den eventuellen Standort des Din-Service hergerichtet werden, auf Kosten der RAG.

Auch im Bereich der Straßen, der Osttangente und des Lohberg-Corso tut sich Gewaltiges. Die Freigabe der grünen Nord-Süd-Achse (Lohberg Corso) ist für den 2. Juli vorgesehen. 217 Bäume flankieren die Trasse auf ihrer Gesamtlänge von 1,6 Kilometern. Der erste Bauabschnitt der Osttangente, der von der Hünxer Straße bis zum neuen Verkehrskreisel auf Höhe der Kohlenmischhalle reicht, wird im September beendet sein. Der zweite Abschnitt hin zur Berger Straße ist ebenfalls im Bau.

Festlichkeiten im Bergpark

Für die Anwohner und Freunde Lohbergs stellt sich der Bergpark als immerwährendes Ziel kleinerer Feierlichkeiten dar. Am 6. Juni werden die Kunstobjekte im Bergpark im Rahmen eines Festaktes der Öffentlichkeit übergeben. Der heutige Wasserturm wird umgebaut, ein Café soll entstehen und wird von der Gruppe Parkwerk der Künstlerin Jeanne van Heesweijk getragen. Kraftwerk, das Kohlestück von Jakob Kolding und der rote „Hase“ von Thomas Schütte werden Einzug halten auf dem Bergpark. „Wir sind schon sehr gespannt, wie der Park im Sommer angenommen wird“, so Ruth Reuter. Denn bereits jetzt verzeichne man stetig steigende Besucherzahlen, die am kleinen See bummeln oder an den Fitnessgeräten ihre Sportlichkeit austesten.

Insgesamt elf neue Straßen und Plätze entstehen auf dem ehemaligen Zechengelände. In einem Workshop wurden dazu konkrete Namensvorschläge entwickelt.

Kanalarbeiten auf der Hünxer Straße

Im Sommer werden auf der Hünxer Straße umfangreiche Kanalarbeiten beginnen. Zentral- und Gewerbebereich müssen über einen neuen Kanal an das allgemeine Entwässerungsnetz angeschlossen werden. Die Arbeiten werden bis Anfang 2016 dauern und sparen die Zeit der Triennale allerdings aus.