Dinslaken: Algen dürfen nicht entfernt werden

Im Bergpark-See haben Frösche ein Zuhause gefunden. Daher darf das Wasser derzeit nicht gewechselt werden.
Im Bergpark-See haben Frösche ein Zuhause gefunden. Daher darf das Wasser derzeit nicht gewechselt werden.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Weil sich im See Frösche angesiedelt haben, kann die Stadt das Wasser wohl frühestens im Herbst tauschen. Der Kreis fordert ein ökologisches Gutachten.

Dinslaken..  Idyllischer geht es kaum: Ein Mann spielt mit seinem Hund, Libellen surren über den See, eine Entenfamilie schwimmt spazieren, Frösche quaken. Frösche quaken? Jawohl: Im See des Bergparks Lohberg haben sich Frösche angesiedelt. Das ist schön und wäre noch schöner, wenn es nicht das Algenproblem gäbe: Seit einigen Tagen wachsen üppige Algen-Inseln in dem See. Und die Stadt Dinslaken, die für die Unterhaltung des Geländes verantwortlich ist, darf nichts dagegen tun – wegen der Frösche. Die Untere Landschaftsbehörde hat ein ökologisches Gutachten angefordert.

Weiteres Problem: Vandalismus

Schon jetzt ist der Bergpark-See „zur Hälfte veralgt“, bestätigt Stadtsprecher Horst Dickhäuser. Es handele sich nun einmal um ein stehendes Gewässer, da bleibe das nicht aus. Schon in der vergangenen Woche, vor der offiziellen Eröffnung der Bergpark-Kunst, wollte man dem Algenbewuchs entgegenwirken. Der See sei mit dem Lohberger Entwässerungsgraben verbunden, es sei „ein Leichtes“, so Horst Dickhäuser, „das Wasser abzulassen und wieder aufzufüllen“. Das allerdings untersagte die Untere Landschaftsbehörde des Kreises – eben weil es Hinweise gab, dass sich dort Frösche angesiedelt haben, so Klaus Horstmann, Koordinator für Artenschutz und Landschaftsplanung. „Da muss man erst einmal genau hingucken.“

Dabei sei es nicht wichtig, ob es sich um die Kreuzkröte handele, die vor Baubeginn rund um das Gelände gesichtet wurde, oder um einen anderen Frosch: In jedem Fall, so Horstmann, greife der Artenschutz. Denn im Wasser könnte sich Laich befinden. Ausnahmegenehmigungen gebe es zwar - allerdings nur bei „massiven Gründen“, wenn etwa die Sicherheit gefährdet sei. Ansonsten wäre, wenn überhaupt, der Herbst ein geeigneter Zeitpunkt, das Wasser zu tauschen – dann seien die Frösche schon groß genug „und können weghüpfen“. Bis dahin aber, befürchtet Britt Jürgensen (Parkwerk), könnte der See gekippt und die Frösche tot sein.

Die Algen sind nicht das einzige Problem im Bergpark. Vor allem Vandalismus bereitet der Stadt Sorgen. Im See schwimmt nicht nur Müll, sondern auf dem Grund liegen auch die Füße von Bauzäunen und andere Steinblöcke. Die Pedalos werden ständig demoliert, wurden gerade erst wieder instand gesetzt, so Dickhäuser. Auf den Rutschenturm hat jemand Unflätiges gekritzelt, ein Fernrohr ist abgebrochen. Auch der Schütte-Hase war und ist immer wieder Opfer von Steinewerfern. Ein Zaun, der zur Eröffnung nicht fertig wurde, soll ihn bald schützen. Zudem schieben Bürger aus Lohberg Wache.

Die Schäden beziffert Dickhäuser mit zuletzt 12 000 bis 15 000 Euro. Geld, das den „Etat belastet und das an anderer Stelle fehlt“. In der Stadtverwaltung sei man daher zur Auffassung gekommen, nur noch das Nötigste zu reparieren, so Dickhäuser. Um „permanent alles neu zu machen“, fehle einfach das Geld.

Das wiederum enttäuscht Britt Jürgensen. Das Parkwerk-Café wartet weiter auf Strom und Wasser, sagt sie. Dennoch gebe das Team alles. Schließlich hätten die Bürger „den Park schon jetzt adoptiert“.