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Dinslaken: Ärger über Kahlschlag

23.01.2015 | 23:05 Uhr
Dinslaken: Ärger über Kahlschlag
Karl Koch auf seinem an die Autobahn grenzenden Grundstück.Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Karl Koch wohnt an der Autobahn A 3 und klagt über mehr Lärm, nachdem der Strauch- und Baumbewuchs entlang der Strecke gewaltig herunter gestutzt worden ist.

Seit seiner Geburt lebt Landwirt Karl Koch an der Lingelmannstraße nur 100 Meter von der Autobahn 3 entfernt - und dank des dichten Bewuchses auf der Böschung konnte der Dinslakener mit dem Motorenlärm der Hollandlinie gut leben. Doch in der vergangenen Woche trauten Karl Koch und seine Frau Silke ihren Augen nicht: Arbeiter stutzen den Strauch- und Baumbewuchs entlang der Strecke gewaltig herunter - nur noch ein paar Bäume haben „überlebt“. Ein echter Kahlschlag, finden die beiden. Sie sind verärgert: Nicht nur, dass den dort lebenden Tieren nun das Unterholz fehlt - für die Anwohner ist die Lärmbelästigung deutlich gestiegen.

Pflegearbeiten an dem Grünstreifen entlang der Autobahn habe es immer schon gegeben, sagt Karl Koch. Doch an einen solchen Kahlschlag könne er sich nicht erinnern - seit es die Autobahn gibt, seien die Bäume und Sträucher niemals so stark zurückgeschnitten worden. Für den Landwirt, der Pferde und Milchkühe hält, ist das Ergebnis der Rodungsarbeiten nicht nur ein optisches Problem. Der Lärm sei deutlich gestiegen, außerdem befürchten die Anwohner, dass Autofahrer durch die freie Sicht auf den Hof und das Gelände nun stärker abgelenkt werden. Erst vor einigen Tagen habe es einen schweren Unfall gegeben. Was Karl Koch ebenfalls ärgert: Vor einigen Jahren habe er einen Antrag auf eine Lärmschutzwand gestellt. Die sei abgelehnt worden mit dem Hinweis auf den schützenden Grünstreifen. Auch die Nutzer des nahe gelegenen Rotbachwanderweges hätten sich wenig begeistert geäußert, berichtet Karl Koch.

Beschwerden bei Straßen.NRW blieben erfolglos. Der Grünstreifen entlang der Böschung wachse ja wieder nach, hieß es. „Aber das dauert Jahre“, so Koch. Selbst dicke Kirschstämme hätten dran glauben müssen. Dabei seien die Bäume für die Autobahn gar keine Gefahr, meint er. Denn sein Hof liegt auf der Ostseite der A3, der Sturm komme jedoch immer von Westen. Bäume würden im Falle eines Sturms also auf die Wiese fallen, nicht auf die Fahrbahn.

Gefahr für Autofahrer

Bei Straßen.NRW sieht man das anders: Die Bäume entlang der Strecke waren zu groß und zu alt geworden, erläutert Norbert Cleve von der Niederlassung Krefeld auf NRZ-Nachfrage. Das sei bei Sturm und auch bei Unfällen gefährlich, die Bäume wären in ihrer Standfestigkeit bei dichtem Bewuchs gefährdet. Aus Sicherheitsgründen will man entlang der A3 künftig eine „Strauchsituation“ erreichen. Aus den Baumstümpfen würden schon in diesem Jahr neue Triebe wachsen. „Spätestens im nächsten Jahr ist es dort wieder grün.“

Die Kochs rechnen da eher mit mehreren Jahren. Sie überlegen nun, zumindest in Höhe des Wohnhauses selbst eine hochwachsende Hecke zu pflanzen.

Rita Meesters

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Dinslaken: Ärger über Kahlschlag
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2015-01-23 23:05
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