Die Voerder City in einem anderen Licht

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Voerde..  Kurz nach sieben am Dienstagabend: An der Bahnhofstraße gehen mehrere Minuten lang die Lichter aus. Stromausfall in der Voerder Innenstadt? Nein. Die Straßenbeleuchtung wird ganz absichtlich abgeschaltet – um zu zeigen, was das als gegeben vorausgesetzte Licht im öffentlichen Raum ausmacht. So ermöglicht es der zweite Stadtspaziergang den mehr als 20 Teilnehmern nachzuempfinden, wie „dunkel und trübe eine Stadt aussieht“, wenn es keine Straßenbeleuchtung gibt, wie es Hans-Martin Seydel, Leiter des Planungsamtes, formuliert. Auch erleben die Spaziergänger, wie sich mit Licht Architektur, Bäume etc. inszenieren, welche Effekte sich damit erzielen lassen. „Da gab es viele Aaahs und Ooohs“, resümierte Seydel am Tag danach Reaktionen von Teilnehmern.

Dirk Wennmann von der Voerder Firma Light Sound Communication (LSC) zeigte an mehreren Stellen anhand von Probeinstallationen seines Betriebes und bereits realisierter Beleuchtung, wie sich Gebäude, Fassaden und andere Elemente von Häusern in ein anderes Licht rücken lassen. Da nahm etwa ein kleiner Platz an der Bahnhofstraße mit Hilfe einer beleuchteten Ecke und eines beleuchteten Baumes Kontur an. Durch Anstrahlen wurde eines der historischen Bahnarbeiterhäuser „in der dunklen Jahreszeit erst“ sichtbar, nennt Hans-Martin Seydel erzielte Effekte. Auch der Kreisverkehr an der Friedrichsfelder Straße wurde in ein anderes Licht gerückt: einmal mit einem orangenen (Amber) Farbanstrich, zum anderen mit „warmweißem Licht“, wobei letztere Variante bei den Teilnehmern des Stadtspaziergangs besser ankam, erklärt Dirk Wennmann. Um Energie zu sparen, empfiehlt er, bei solchen Installationen eine Zeitsperre vorzusehen. Ab zwölf/ein Uhr nachts sei der Publikumsverkehr schließlich nur noch minimal.

Planungsamtsleiter Hans-Martin Seydel verweist darauf, dass Lichtinszenierungen dieser Art aufgrund der eingesetzten LED-Technik mit einem „relativ geringen Kostenaufwand“ realisierbar seien. Mit LED-Beleuchtung sei man „recht grün unterwegs“, sagt Dirk Wennmann und liefert mit Blick auf die Voerder Lichterwochen an der Allee einen Vergleich: Im Falle einer Halogen-Lichterkette wären 119 000 Watt erforderlich, bei einer Ausführung in LED seien es etwa 3600 Watt.

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