Die Mommbach-Niederung

Unsere Kulturlandschaft am Niederrhein ist das Erbe einer langen bäuerlichen Tradition. Das gilt insbesondere für die Momm-Niederung, rechtsrheinisch auf dem Stadtgebiet der Stadt Voerde im Kreis Wesel gelegen. Die Momm-Niederung und der dieser Rheinaue den Namen gebende Mommbach ist zugleich überformt durch die Geschichte des Steinkohlebergbaus, der mit dem Jahr 2008 für den Bereich der Momm-Niederung seinen Abschluss gefunden hat. Der Bergbau hat in der Momm-Niederung durch Bergsenkungen einerseits und dem damit veränderten Grundwasserregime andererseits zu tiefgreifenden Veränderungen des Mommbachs selbst und der ihn begleitenden Aue geführt.

Gleichwohl ist die Momm-Niederung bis heute am Niederrhein eine einzigartige bäuerliche Kulturlandschaft. Zahlreiche Obstwiesen, Hecken mit Lerchenspornsäumen, Kopfeschen, vereinzelt Kopfeichen und Kopfweiden auf Hartholzauenstandorten bestimmen das Landschaftsbild.

Etwas höher gelegene Flächen der ehemaligen Hartholzaue werden überwiegend als Acker genutzt und prägen einen offenen Landschaftstyp. In den Randbereichen der Ortschaften Löhnen, Mehrum und Götterswickerhamm wird das Landschaftsbild von lockerer Siedlungsbebauung, umgeben von zahlreichen, noch gut erhaltenen Streuobstwiesen mit ihren ca. 7000 alten, hochstämmigen Obstbäumen, Hecken und Kopfbäumen geprägt. Meist gut eingegrünte Hof-stellen, perlenkettenartig aneinandergereiht auf dem immer hochwasserfreien Hochufer (Prallhang) im Norden zwischen Ork und Stockum, sowie einzeln auf den Warften besonders um Löhnen liegend, runden das Bild ab.

Mit dem Ende des Bergbaus haben die Stadt Voerde, der Kreis Wesel, der Lippeverband und das Land NRW im Jahre 2011 im Dialog mit der Bürgerschaft vertraglich vereinbart, den Mommbach ökologisch zu entwickeln und für die langfristige Entwicklung und Pflege der bäuerlichen Kulturlandschaft eine Bürgerstiftung zu gründen.

Aus der Satzung der Bürgerstiftung Bäuerliches Kulturland Mommbach-Niederung (2011)