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Karneval

Die letzte Party im Pfarrheim

20.02.2012 | 16:17 Uhr
Die letzte Party im Pfarrheim
Ein Blickfang bei der Karnevalsparty im Pfarrheim von Heilig Blut: Zwei junge Männer in Ganzkörperverhüllung. Foto: Heinz Kunkel

Dinslaken.   Hl. Blut-Jugend feierte nochmal Karneval an der Matthias-Claudius-Straße. Ab Dienstag, 21.02., erfolgt der Abriss. Ersatzräume sind gesucht.

„Wann sollte man denn am besten da sein, dass man auch sicher rein kommt?“. Diese oder ähnliche Fragen wurden im Vorfeld der vierten Karnevalsfeier der Jugend von Heilig Blut der katholischen Kirchengemeinde St. Vincentius im Pfarrheim an der Matthias-Claudius-Straße häufig gestellt.

Über die Jahre wandelte sich der ehemalige „Pfarrkarneval“ zu einer Anlaufstelle von Jugendlichen jeglichen Alters. Sozusagen von der Jugend für die Jugend. Entsprechend größer wurde der Andrang schon bei den letzten Feiern. Für dieses Jahr wurde ein neuer Besucherrekord erwartet. Ein bitterer Beigeschmack: Es würde zumindest im Pfarrheim die letzte Veranstaltung werden, da dessen Räumlichkeiten neben der bereits abgerissenen Pfarrkirche ab heute ebenfalls dem Erdboden gleich gemacht werden sollen.

Tatsächlich drückten sich am Samstagabend bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung einige Leute die Nasen an der Tür platt. Ab acht Uhr kannte die Flut der Besucher dann keine Grenzen mehr. Immer mehr Gäste drangen in das von der Jugend im Vorfeld schön hergerichtete Pfarrheim. Luftballons, Luftschlangen und kunstvolles Graffiti schmückten die Wände, zwei Theken sollten zu günstigen Preisen den Durst der feiernden Menge löschen und ein komplett aus Spenden zusammengestelltes Buffet für die ausreichende Grundlage sorgen.

Pastor Theo van Doornick war gern gesehener Gast

Dabei wäre das Projekt im Vorfeld beinahe gescheitert – so sollten Strom, Wasser und Gas bereits am Wochenende vor der Feier abgeklemmt werden. Mit einem Toilettenwagen, den Bauer Vahnenbruck den Veranstaltern freundlicherweise zur Verfügung stellte, einer improvisierten Wasserleitung aus dem anliegenden Kindergarten und der Vereinbarung, zumindest den Strom erst am Rosenmontag abzuschalten, konnte die Party gesichert werden.

Foto: Heinz Kunkel

Zwei DJs sorgten von Anfang an für die passende musikalische Beschallung, ein Mix aus Charts, Hits und Karneval- Gassenhauern. Zwischenzeitlich fanden sich etwa unglaubliche 500 Personen im Pfarrheim ein. Für Ordnung sorgten drei professionelle Türsteher. Einen ganz besonderen Gast durfte aus Emmerich-Elten begrüßt werden. Der ehemalige Pastor Theo van Doornick war extra für diese Feier angereist und übernahm gleich eine Aufgabe. Beinahe den ganzen Abend harrte er – wohlgemerkt im Regen – vor dem Toilettenwagen aus, um einen geregelten Ablauf zu gewährleisten. Ihm gebührt ein Riesen-Dank dafür.

Dreh- und Angelpunkt der Jugendarbeit

Bereits nach kurzer Zeit waren die kalten Platten des Buffets leer gegessen und auch die Helfer der Jugend hinter der Theke hatten ihre liebe Mühe, den durstigen Partygästen gerecht zu werden. Ausgelassen feierten die Jungs und Mädels auf dem großzügigen Dancefloor. Entsprechend schnell verging die Zeit und ohne nennenswerte Störungen fand die Feier nebst Kostümwahl erst gegen fünf Uhr ihr Ende.

Foto: Heinz Kunkel

Fazit: Eine wirklich gelungene Karnevalsparty, die ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer in dieser Form niemals hätte realisiert werden können. Auch die Kasse der Jugend verzeichnete ein großes Plus. Trotzdem konnte sich abschließend keiner so recht freuen, da mit dem Abriss des Pfarrheims nicht nur ein Dreh- und Angelpunkt der kirchlichen Jugendarbeit, sondern auch ein Stück Lebensgeschichte für manch einen verschwindet.

Gerne würden die jungen Leute diese Geschichte an anderer Ort und Stelle weiterführen. Und wer weiß, vielleicht besteht ja Hoffnung auf einen „Karneval der Jugend Heilig Blut 2013“ – viele würden sich freuen.

Bitte melden!

Wer über Räumlichkeiten verfügt, die der Jugend der Pfarrgemeinde zur Nutzung unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden könnten, meldet sich bitte im Pfarrbüro der katholischen Kirchengemeinde St. Vincentius Dinslaken.

Felix Weber-Frerigmann

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