Die Jugend musizierte in Dinslaken

Die Jury beim Regionalwettbewerb im Otto-Hahn-Gymnasium (v.l.): Udo Falkner, Thorsten Stollen, Sebastian Schürger und Andrea Kramer.
Die Jury beim Regionalwettbewerb im Otto-Hahn-Gymnasium (v.l.): Udo Falkner, Thorsten Stollen, Sebastian Schürger und Andrea Kramer.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Regionalwettbewerb für Dinslaken, Duisburg und Oberhausen spielten junge Talente im OHG um Punkte nach Noten. Einige qualifizierten sich für die Teilnahme am Landeswettbewerb.

Dinslaken..  In der „Cafeteria“ herrscht die meiste Zeit wenig Betrieb. Eltern, die sich mit einem Stück Kuchen und einem Kaffee stärken. Kinder, die aufgeregt tuscheln. Doch vor der Bekanntmachung der Ergebnisse füllt sich der Klassenraum des Otto-Hahn-Gymnasiums. Daumen werden gedrückt, Blicke getauscht. Dann liest Musikschulleiter Sebastian Rakow die Resultate vor, die über Freude und Enttäuschung entscheiden. Bei Susanne Suerbaum war es ein breites Lächeln, das ihr Gesicht schmückte. Die Dinslakener Pianistin zog mit ihrer Partnerin Ngoc Linh Do ins Landesfinale des traditionsreichen „Jugend musiziert“ ein. Über 130 Teilnehmer aus Dinslaken, Duisburg, Oberhausen und Mülheim hatten darum zwei Tage lang im Gymnasium gekämpft.

Seit 1963 wird den besten Nachwuchstalenten die Chance geboten, sich für das Landes- oder Bundesjugendorchester zu empfehlen. Alle vier Jahre ist die Musikschule von Sebastian Rakow mit der Ausrichtung des Wettbewerbs betraut. Dieser schreibe laut Rakow seit über 50 Jahren „eine riesen Erfolgsgeschichte“. Im Publikum säßen nicht nur Verwandte und Freunde, „die Jugendlichen können ihre Musik einem Fachpublikum vorstellen.“ Für jene ist schon der Regionalwettbewerb ein Genuss. Ob Saiten-, Tasten-, Streich- oder Blasinstrument, in jeder Kategorie fanden sich am Samstag und Sonntag Nachwuchstalente, denen mit etwas Glück eine musikalische Zukunft bevorsteht.

Neu in diesem Jahr war der Landeswettbewerb des Bağlama, einem siebensaitigem Zupfinstrument aus der Türkei. Der Duisburger Azad Cicek und der Düsseldorfer Erdem Aktas wurden von der dreiköpfigen Jury mit mindestens 23 Punkten bedacht, die man für das Erreichen der nächsten Runde braucht. Der schöne Auftritt der Dinslakenerin Melisa Görgülü reichte leider nicht.

Bis zum 15. November mussten die Bewerberinnen und Bewerber sich auf ein Programm festlegen. Danach folgte der schweißtreibende Teil, die Suche nach der Perfektion. „Wir wissen, wie viel Aufwand ihr betreibt“, hob Jury-Mitglied Detlef Zywietz hervor. Susanne Suerbaum und Ngoc Linh Do hatten sich in der Kategorie „Klavier vierhändig/an zwei Klavieren“ ein langsames Stück von Johann Sebastian Bach, den Kranich von Anton Arensky und das fröhliche Ukrainische Concertino von Oxana Krut ausgesucht. Die Jury war begeistert und gab ihnen 23 Punkte. „Sehr musikalisch, sehr sensibel“, lobte Jurorin Olga Schonurowa nachher, „sie haben sich sehr gut zugehört.“ An das Duo Carmen Geutjes und Phillipe Gang kamen sie aber nicht heran. Sie erreichten in der Bibliothek mit ihrem wilden, melodramatischen, nahezu perfekten Spiel die Höchstpunktzahl. Das noch geringe Alter war den beiden kaum zu glauben.

Auf 25 Punkte und damit der Weiterleitung zum 52. Landeswettbewerb in Düsseldorf vom 6. bis zum 10. März kam auch das besonderes Ensemble. Die Hammerin Anna Lahaye und der Hünxer Hendrik Gruber an der Trompete sowie die Dinslakenerin Katharina Schwerdt am Klavier sorgten in der Aula für großen Beifall. Das 19-minütige Concerto for two trompets von Erik Morales überzeugte Publikum und Jury.

Schwerdts Bruder wird im März auch in die Landeshauptstadt fahren. Johannes begleitete Sängerin Franziska Fait am Klavier und qualifizierte sich in der Kategorie Duo Kunstlied mit 23 Punkten.

Pianistin Katharina Schwerdt stellte ihr Können auch in der Kategorie „Duo Klavier und ein Streichinstrument“ unter Beweis. Zusammen mit der Hünxer Violinistin Lisann Katharina Böhnke erreichte sie 22 Punkte. Dasselbe Ergebnis erzielte der Dinslakener Loukas Kordos mit seiner Posaune.

Die Dinslakener Hornisten David Mayer (8) und Simon Mayer (14) haben beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert", der am Samstag in der Landesmusikakademie NRW in Heek stattfand, je einen 1. Preis erhalten. David erhielt 23 Punkte, Simon wird mit voller Punktzahl (25) zum Landeswettbewerb, der im März in Düsseldorf stattfindet, weitergeleitet.