Die Hünxer Straße als Lebensader

Internationales Expertengespräch im Ledigenheim.
Internationales Expertengespräch im Ledigenheim.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Internationale Experten diskutierten über das Leitbild für das Kreativ.Quartier Lohberg bis zum Jahr 2020.

Dinslaken..  Vor drei Jahren woben der Architekturprofessor Levent Sentürk und seine Studenten einen Teppich für Lohberg. Vieles hat sich rund um das Kreativ.Quartier seitdem baulich verändert und wer hier vor Ort lebt und sich mit dem Wandel auseinandersetzt, glaubt eigentlich auch, das Wesentliche im Blick zu haben. Aber dann kommt jemand wie Sentürk und wirft eine Beobachtung in den Raum, die als Antwort gedacht ist , aber zur Frage wird.

„Die Mauer ist weg“, erklärte Levent Sentürk im Rahmen des Debattenorts „Wegweiser 2020 - ein Leitbild für das KQL“ Moderator Jürgen zur Heide auf dessen Frage, was sich für ihn am auffälligsten verändert habe. Und genau diese Mauer, die Unterscheidung zwischen der alten, gewachsenen Gartenstadt Lohberg und dem neuen, teils noch in Planung befindlichen Areal, gilt es nun auch mental einzureißen. Dies ist ein wesentliches Ergebnis des Treffens, in dem am Mittwoch Vertreter von Stadt und RAG Montan Immobilien gemeinsam mit internationalen Experten über Anpassungen des Leitbildes für das KQL bis ins Jahr 2020 diskutierten. Dies betrifft besonders die Hünxer Straße. Sie soll sich von der Durchgangsstraße in eine verkehrsberuhigte Lebensader des Stadtteils mit Ladenlokalen und attraktivem Wohnraum mit Blick auf den Bergpark verwandeln, in der man sich gerne aufhält.

„Lohberg und die Halde wird eins“ ist ein Leitspruch, den Bürgermeister Dr. Michael Heidinger bei jeder Ansprache zum Thema zitiert. So auch Mittwoch in seiner Begrüßung der Gäste des „Debattenorts“ im Ledigenheim. Dies soll sich künftig auch im täglichen Leben der Menschen widerspiegeln. Um die Alteingesessenen und die voraussichtlich rund 500 Bewohner des geplanten Wohngebiets nördlich des Bergparks zusammenzubringen, wird eine neue Kita östlich der Hünxer Straße die sanierungsbedürftige Kita auf der Teerstraße ersetzten. Lohberg ist demografisch der jüngste Stadtteil Dinslakens und wer zusammen aufwächst, wächst zusammen.

Wohnraum muss bezahlbar sein

Bildung und Soziales: sie scheinen im überarbeiteten Leitbild an Bedeutung zu gewinnen. Dieser Impuls ging auch von Astrid Eibenhauser aus. Die Sozialdezernentin der Stadt Gießen sammelte in ihrer Stadt Erfahrung mit der Entwicklung von Wohnvierteln, die mit Lohberg vergleichbar sind. Eine ihrer Kernaussagen: Sanierung ist wichtig und notwendig, muss aber für die Alteingesessenen bezahlbar bleiben.

Zukunftsperspektiven sind an Menschen geknüpft. Wen also sollte man da mehr im Auge haben als die Menschen, denen die Zukunft gehört: die Kinder. Nicht nur die Kita, auch das weitere schulische Angebot in Lohberg muss gestärkt werden, ist ein weiteres Ergebnis der Expertendiskussion.

Andrea Rolando von der Politecnico di Milano betonte dabei die Wichtigkeit von Kunst und architektonischer Schönheit auch für Zweckbauten, die dadurch nicht teurer würden. „In schöner Umgebung lernt es sich einfach besser“.