Die Hühner bleiben im Stall

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Dinslaken..  Ende November kamen die ersten Fälle der Vogelgrippe auf. Nicht am Niederrhein, weit weg wurden infizierte Tiere entdeckt. Doch die Aufsichtsbehörden haben mit Blick auf die Zugvögel auch im Kreis Wesel reagiert. Sie verordneten die Stallpflicht für Hühner und Gänse.

Und jetzt, drei Monate nach der angeordneten Stallpflicht des Kreises Wesel für Geflügelhalter, ist ein Ende noch nicht in Sicht. Auch nach einer erneuten Bewertung der Situation, die am 21. Januar vorgenommen wurde. Wie die Kreisverwaltung auf Anfrage berichtet, habe das Friedrich-Löffler-Institut mitgeteilt, dass es weiterhin bei der Empfehlung bleibe, die Aufstallung beizubehalten. Gerade in Regionen mit hoher Wildvogeldichte.

Seit Dezember nimmt das Veterinäramt vermehrt Kotproben von Wildgänsen, aber auch von gehaltenen Vögeln, um zu überprüfen, ob ein Tier infiziert wurde. Meldungen von Vogelpestfällen gibt es laut Veterinäramt Wesel jedoch nicht. Vielmehr sei man bemüht, der Ansteckung der gefährlichen Influenza vom Typ H5N1 weiterhin vorzubeugen. Im Einzelnen bedeutet das, dass die Tiere noch immer nicht nach draußen dürfen und somit Ausgangsverbot haben. Eine Schutzmaßnahme, damit sich die heimischen Tiere nicht bei durchreisenden Zugvögeln anstecken.

„Die Halter waren bisher sehr kooperativ und wir hoffen, dass dieses Verständnis, trotz der sich nähernden Frühlingszeit, weiterhin bestehen bleibt“, so Dr. Antonius Dicke vom Veterinäramt im Gespräch mit der NRZ.

Matthias Drescher vom Biobetrieb Scholtenhof ist betroffen und sehnt stark einer Aufhebung der Stallpflicht entgegen. „Unseren Hühnern geht es gut, wir tun alles, damit sie sich auch in den Ställen wohl fühlen und leckere Eier produzieren.“ Natürlich sei die Aufstallung nicht die ideale Voraussetzung für glückliche Hühner. „Denn gerade jetzt zum Frühling möchten wir sie gerne wieder dahin lassen, wo sie am liebsten sind - auf einer saftigen Wiese an der frischen Luft.“

Derzeit ist noch nicht absehbar, wann die Vorschrift gelockert werden kann. Das Umweltministerium prüft in den nächsten Wochen immer wieder, wie hoch das Risiko einzuschätzen ist. Wesentlich für eine Entscheidung dürfte bei günstiger Seuchenlage der bald anstehende Rückzug der Wildgänse sein, die am unteren Niederrhein überwintern.