Die grauen Zellen auf Trab bringen

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Was wir bereits wissen
Bei den Kursen für „Heiteres Gedächtnistraining“ des Kneipp-Vereins sorgt Elke Westeroth fürs Gehirntraining.

Dinslaken..  Der Tisch im Raum im evangelischen Gemeindezentrum an der Büngelerstraße in Hiesfeld erinnert ein wenig an eine Kaffeetafel. Gut ein Dutzend Menschen in fortgeschrittenem Alter sitzen hier und haben Tassen mit Kaffee vor sich. Es wird geklönt und gelacht, bis Elke Westeroth am Kopf des Tisches Platz nimmt und einen dicken Ordner mit verschiedenen Papieren aufschlägt. „Heute machen wir mal etwas Neues“, verkündet die ausgebildete Gedächtnistrainerin und verteilt Blätter mit einer Aufgabe für den Verstand.

Dazu Bleistifte und Radiergummi, um eingetragene Lösungen noch mal überdenken und wieder ausradieren zu können. „Einige, die zum ersten Mal hier sind, fangen oft mit Kugelschreibern an, steigen aber schnell auf Bleistifte um“, verrät Elke Westeroth mit einem Augenzwinkern. Die Aufgaben für die Kursteilnehmer sind durchaus fordernd. So gilt es beispielsweise bei einer Übung zum Thema Wortsinn aus kurzen Beschreibungen Worte abzuleiten, die sich aus zwei Begriffen zusammensetzen. Dass es sich beim „Möbelstück für den Vorgesetzten“ um einen „Chefsessel“ handelt, ist zwar noch recht einfach zu erraten. Hinter der „Tätigkeit für ein Pelztier“ den „Bärendienst“ zu erkennen oder aus der Beschreibung „Essen für Menschen unter 18“ das „Jugendgericht“ herauszulesen, erfordert dagegen schon etwas mehr Abstraktionsvermögen. Wer allerdings bei besonders kniffligen Rätselfragen eine passende Antwort findet, der wird in der bunt gemischten Runde mit Applaus und freundlichen Worten belohnt.

„Hauptsache ist, dass es allen Spaß macht. Lachen regt schließlich die Durchblutung des Gehirns an“, sagt Elke Westeroth. „Es geht nicht nur darum, dass Gehirn aufzuwecken. Auch die Gemeinschaft ist wichtig“, sagt sie. 1996 schloss sie die Ausbildung zur Gedächtnistrainerin ab. „Nachdem meine Kinder groß waren, habe ich etwas gesucht, was ich machen kann“, erklärt sie. Über ein Seminar im Gemeindehaus an der Duisburger Straße erfuhr sie vom Gedächtnistraining und der Möglichkeit, sich zur Trainerin ausbilden zu lassen und war sofort begeistert von dieser Idee und gibt seitdem auch Kurse. „Es macht mir noch immer so einen Heidenspaß, wie am Anfang“, erklärt sie.

Neue Gesichter willkommen

In ihren beiden Kursen, die jeweils am Mittwoch um 10.30 Uhr im ev. Gemeindezentrum an der Büngelerstr. 66 und am Donnerstag von 10 bis 11.30 Uhr im ND-Jugendzentrum (Beethovenstr. 6) stattfinden, sind neue Gesichter willkommen. „Eigentlich kann jeder mitmachen, wenn es darum geht, das Gehirn auf Trab zu bringen“, sagt Elke Westeroth. „Berufstätige, die ohnehin schon viel Stress haben, sollten aber eher etwas machen, um zu entspannen“, erklärt sie.