Die fehlenden Zeilen

Voerde/Hünxe..  Und plötzlich war die Seite zu Ende, weshalb die unteren Zeilen des Interviews mit den Bürgermeistern Dirk Haarmann und Hermann Hansen gestern nicht in der Zeitung erschienen. Für diesen technischen Fehler können wir uns nur entschuldigen und liefern die fehlenden Zeilen nach:

Welchen Rat würden Sie, Herr Hansen, Ihrem jüngeren Kollegen für sein Amt mitgeben?

Hermann Hansen: Ich kenne Dirk Haarmann nun schon über einen langen Zeitraum. Wir haben ja über den Kreis Wesel miteinander zu tun gehabt. Und ich habe ihn außerordentlich schätzen gelernt. Nach nur ganz kurzer Zeit konnte ich beobachten, dass er einen guten Job macht. Besser geht es nicht.

Dirk Haarmann: Das ist ja fast wie ein Ritterschlag.

Hermann Hansen: Dirk Haarmann hört zu, bringt sich angemessen ein und markiert nicht den Oberschlauen, der alles weiß. Es ist eine Wohltat zu sehen, dass es in Voerde mit derselben Kontinuität weitergeht.

Ein weiteres Thema, das beide Kommunen berührt, ist das der Bioenergieanlage im Industrie- und Gewerbepark Bucholtwelmen. Ein Projekt, das Bürger in Hünxe und vor allem in Voerde-Friedrichsfeld gleichermaßen kritisch bewegt. Wie werden deren Belange Beachtung finden?


Hermann Hansen:
Erstens, es liegt erst der Antrag auf dem Tisch. Da geht es übrigens nicht nur um Gülle, sondern auch um Speise- und Backreste, aus denen man alternative Energien gewinnen kann. Das ist erst einmal positiv. Zweitens, wenn die Gülle so aufbereitet wird, dass sie nicht hier auf die Felder kommt, sondern um die Wasseranteile reduziert, aber noch mit den Nährstoffen versehen, in andere Regionen, die Bedarf haben, verbracht wird, ist dies positiv. Was übrig bleibt, ist die Besorgnis, dass Gülle stinkt. Wenn diese aber geruchsfrei über eine Pipeline in die Anlage gelangt, dann ist das auch okay. Speise- und Backreste werden natürlich mit Lkw angeliefert werden müssen oder über Gleise. Hinter dem Projekt stehen noch viele Fragezeichen, die jetzt alle vom Investor abgearbeitet werden müssen. Sonst läuft nichts. Werden sie zu unserer Zufriedenheit geklärt, finde ich die Idee nicht schlecht.

Dirk Haarmann: Wir stehen im engen Dialog mit Hünxe. Der Investor hat seine Planungen inzwischen auch bei uns in Voerde vorgestellt. Jetzt sollten wir unaufgeregt an das Projekt gehen, denn eine solche Anlage ist nur genehmigungsfähig, wenn alle Auflagen etwa zu Geruchs- und Lärmimmissionen erfüllt sind. Das alles wird akribisch geprüft. Wenn das Projekt, die Anlage, jedoch genehmigt wird, verstehen wir sie als neuen Wirtschaftsfaktor. Und dem können wir nur zustimmen.

Hermann Hansen: Da sind noch zig Prüfungsverfahren zu durchlaufen. Als der Investor bei uns anfragte, haben wir ihn auch nach Voerde verwiesen, denn auch die Stadt Voerde muss zustimmen. Was nützt es uns, wenn Voerde klagt?