Dezernentin: Beratung vertagt

Voerde..  Das Eisen ist heiß, offenbar so heiß, dass der Haupt- und Finanzausschuss es abkühlen lassen wollte: Das Gremium hat gestern im Falle der von Bürgermeister Dirk Haarmann angestrebten Neustrukturierung innerhalb der Stadtverwaltung keine Vorentscheidung getroffen. Diskussion? – ebenfalls Fehlanzeige.

Der Verwaltungschef teilte mit, dass im Vorfeld der Sitzung weiterer Beratungsbedarf angemeldet worden sei. Damit war das unliebsame Thema flugs vom Tisch und eine erste öffentliche Debatte der Politik dazu auch. Welche Seite genau Beratungsbedarf für sich reklamiert hatte, ließ Haarmann offen. Über den Punkt soll der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 23. Juni entscheiden. Das Thema birgt, wie berichtet, deshalb einige Brisanz, weil die Pläne Haarmanns faktisch insbesondere für Dezernentin Simone Kaspar mit einschneidenden Veränderungen verbunden wären.

Keinen Erfolg kann die Verwaltung zu dem Ansinnen großer Teile der Politik vermelden, die Bahnhöfe in Voerde und in Friedrichsfeld mit einer „aktiven“ Videoüberwachung auszustatten. Ende März hatte der Stadtrat die Verwaltung per mehrheitlichem Beschluss beauftragt, die Forderung der Deutschen Bahn gegenüber geltend zu machen. Das Verkehrsunternehmen lehnt eine Videoüberwachung ab und argumentiert, dass es an den beiden Haltepunkten keine registrierten Übergriffe auf Personen und keinen überdurchschnittlichen Grad an Vandalismus gebe, zitierte Bürgermeister Haarmann aus dem Antwortschreiben der Bahn. Christian Garden, Fraktionschef der Wählergemeinschaft (WGV), die den Antrag auf Videoüberwachung gestellt hatte, forderte die Verwaltung auf, dies nicht unkommentiert zu lassen und der Bahn Punkte wie die Sprengung des Fahrkartenautomaten am Bahnhof Friedrichsfeld oder den Abbau des Glaspavillons in Voerde entgegen zu halten.