Der König und seine Kaiserin

Hoch leben ließen die Spellener Schützen ihren neuen König Heinz Tynior.
Hoch leben ließen die Spellener Schützen ihren neuen König Heinz Tynior.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Heinz Tynior sicherte sich erneut die Regentschaft beim BSV Spellen. Seiner Ehefrau bescherte er damit einen besonderen Titel und dem Verein eine Premiere.

Voerde..  Als der Vogel um 18.19 Uhr mit dem 515. Schuss endlich herunterfiel, gab’s für den neuen König des BSV Spellen Heinz Tynior erstmal von allen Seiten die herzlichsten Glückwünsche. „Unbeschreiblich - alles im Glück“, waren seine ersten spontanen Gedanken, als er mit seinen Mitbewerbern Karl-Heinz Gräbeldinger, Jochen Burow und Reiner Lohmann den von der Festgemeinschaft abgeschiedenen BSV-Schießstand in der Schützenhalle an der Schweizer Straße verließ.

Ein Jahr voller Jubiläen

Seine erste Amtszeit als Schützenkönig liegt genau 20 Jahre zurück. „Wir haben hiermit beim BSV erstmals eine Kaiserin“, unterstrich BSV-Präsident Wolfgang Krema, was für ein besonderer historischer Moment das eigentlich war. Denn Heinz Tyniors Ehefrau Birgit darf, nachdem eine Bekannte wegen der Krankheit ihres Mannes abgesagt hatte, zum dritten Mal in ihrer Zeit beim Bürgerschützenverein das Amt der Königin bekleiden. Was automatisch zur Folge hat, dass sie Kaiserin wird - und dies in dem Jahr, in dem sie vor 30 Jahren erstmals Königin war, beide seit 40 Jahren verheiratet und sie 60 und er 65 Jahre alt geworden sind. „Das kann ich noch gar nicht realisieren. Ich freue mich erstmal für meinen Mann“, sagte Birgit Tynior. Das neue König-Kaiserpaar begleiten als Thronpaare Karl-Heinz und Ute Gräbeldinger, Jochen und Karin Burow sowie Reiner und Hannelore Lohmann.

Bei sonnigem „Kaiserwetter“ wurden die Anwesenden an diesem Samstag auf eine Geduldsprobe gestellt - denn gut 40 Minuten lang zappelte der „angeknabberte“ Vogel hin und her, ehe er dann doch letztendlich aufgab. „Das ist ja ein zäher Geier“, konnte man da im weiten Rund hören. „Den Vogelbauer „krallen“ wir uns noch“, scherzte der stellvertretende BSV-Vorsitzende Reiner Lohmann. Die Preise sicherten Paul Goßens (Krone), Wilhelm Wrobel (Zepter), Gerda Stuhlmann (Reichsapfel), Wolf- Dieter Barsch (linker Flügel) und Andre Bries (rechter Flügel).

Beim Jugendprinzenschießen hatte sich eine Woche zuvor mit dem 409. Schuss Viktor Guschin den Titel gesichert. Zu seiner Königin wählte er Nadine Meis. Die Preise errangen an diesem Tag Sarah Barsch (Krone), Viktor Guschin (Zepter), Alex Guschin (rechter Flügel) und Ben Jakob Kampen (linker Flügel).

Am vergangenen Samstagmorgen war eine gut 70-köpfige Schützengilde am Haus Wessel gemeinsam mit dem Spellener Spielmannszug und dem Jugendblasorchester Drevenack zum Abholen des alten Königs Karl-Heinz Gräbeldinger von der BSV-Schützenhalle losgezogen. „Die Stimmung war beim Marsch schon so super, dass die Mitglieder Heimatlieder wie ,Hohe Tannen’ gesungen haben. Und wir haben Enten auf dem Hut oder besondere Klappen auf den Westen getragen – dafür zahlt jeder ,Strafgeld’ für die Jugendkasse.“, freute sich BSV-Präsident Wolfgang Krema gerade über die Anwesenheit der jungen Leute. „Wir kümmern uns, bringen die Jugend hoch bis zu Deutschen Meisterschaften. Aber viele können mit dem Brauchtum nicht mehr viel anfangen“, so seine Erkenntnis der vergangenen Jahre.

Am Abend folgte erstmal kollektives Feiern bei der Inthronisation - und dem Königsball bei „Wessel“. Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des großen nachmittäglichen Zapfenstreiches mit Parade, Fahnenschwenken auf dem Marktplatz mit anschließender musikalischer Unterhaltung durch das Jugendblasorchester Drevenack und DJ Werner.

Am heutigen Montag bedient der Festausschuss der BSV-Männer bei „Wessels“ gut 100 Damen beim kollektiven Nachmittags-Kaffeetrinken und „verwöhnt“ sie mit einem abwechslungsreichen Showprogramm - unter anderem mit Christian Wirges als gnadenloser „Helene Fischer“: „Die werden schon mitgehen, die Ladies“, ist sich der 26-Jährige sicher. Danach folgt dort der Abschlussball mit DJ Werner.

Im Zuge der Feierlichkeiten

wurden auch die Jubilare geehrt: Anke Wirges, Nicole Klein, Carmen Hülsermann und Sarah Körner (10 Jahre), Jutta van de Sand, Frank Ridderskamp, Ute und Tina Gräbeldinger (25 Jahre), Bernfried Tobien und Norbert Hülsermann (40 Jahre) sowie Karl-Heinz Ochtrup und Rüdiger Brüggemann (60 Jahre).

Mit der Verdienstmedaille

in Bronze wurden bei den Feierlichkeiten Nadine Meis, Sarah Barsch und Sina Lensing, mit der Medaille in Silber Kristen Hülsermann und Maria Kaminski mit der Verdienstmedaille in Gold

ausgezeichnet. Als Nicht-Mitglied wurde Stefan Körn mit der Medaille für Förderung und Verdienste in Bronze geehrt.