Der Handel muss zurück in die City

Den Einzelhandel in Dinslaken sieht der Einzelhandesverband Niederrhein auf einem guten Weg.
Den Einzelhandel in Dinslaken sieht der Einzelhandesverband Niederrhein auf einem guten Weg.
Foto: NRZ
Der Einzelhandelsverband Niederrhein legte Jahresbericht vor und sieht die Entwicklung in Voerde kritisch, in Dinslaken positiv. Die Zahlen stimmten zwar auch in Voerde, aber dort habe sich der Handel an den Rand der City verlagert.

Dinslaken/Voerde..  Wilhelm Bommann legt nur ungern den Finger in die Wunde, aber: „Die Fehler sind in der Vergangenheit gemacht worden“, sagt der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein angesichts der Situation des Einzelhandels in der Voerder Innenstadt. Die Errichtung des Handelszentrums mit Marktkauf an der Grenzstraße und das E-Center an der Friedrichsfelder Straße bescheren zwar dem Einzelhandel in Voerde grundsätzlich Zahlen, „die stimmen“, bilanziert Bommann im Jahresbericht des Verbandes. Aber der Handel hat sich aus der Kernstadt rund um den Rathausplatz verlagert.

Konzepte müssen verfolgt werden

Für die Einzelhändler in der City wird es schwieriger, was leerstehende Ladenlokale untermauern. Die Geschäftsleute hatten Hoffnung in das vor Jahren schon von der Stadtspitze vorgestellte Konzept für die Innenstadt gesetzt. Dies sah auch vor, das Zentrum durch die Schaffung neuer Einkaufsmöglichkeiten zu beleben. „Davon hört man schon lange nichts mehr“, so Bommann.

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Während es in Voerde noch keine sichtbaren Ergebnisse gibt, nimmt das Einzelhandelskonzept in Dinslaken Form an. Mit dem Baustart zur Neutorgalerie „rüstet sich die Stadt für eine positive Zukunft“, sagt Bommann, der aber zugleich warnt: „Die Nähe zu den Oberzentren Oberhausen und Duisburg ist für Dinslaken nicht zu unterschätzen.“ Man müsse aber alles daran setzen, dass durch die Bauphase die Besucher nicht abgeschreckt, sondern neugierig gemacht werden. Und auch auf die Weiterentwicklung des Altstadtbereichs, „der die historische Komponente einer positiven Stadtentwicklung bilden würde“, so Bommann, sei nach wie vor der Fokus zu legen.

Vertieft werden sollte auch die begonnene Vernetzung von Gewerbegebiete und Innenstadthandel, denn in nur wenigen Städten des Verbandsgebietes lägen die so nah nebeneinander. „Sicherlich ist darauf zu achten, dass keine Konkurrenzsituation zum Einzelhandel in der Innenstadt aufkommt. Aber Dinslaken hat in den letzten Jahren, so weh dies tut, an Handelszentralität verloren“, sagt Wilhelm Bommann. Er hob auch hervor, dass Hiesfeld ein attraktiver Wohn- und Einkaufsstandort sei. „Die hohe Qualität dieses Quartiers gilt es zu erhalten. Es muss der Stadt gelingen, die Verlagerungen von Nahversorgern auf die grüne Wiese zu stoppen.“ Wohin eine fehlende Nahversorgung oder die Schließung anderer Dienstleistungsunternehmen führe, sehe man aktuell im Dinslakener Blumenviertel. „Das Subzentrum am Rande der Innenstadt ist auf dem Weg zur Bedeutungslosigkeit“, so Bommann.