Der erste Chef geht von Bord

Gerd Brodde geht als Leiter der Grundschule Hühnerheide in Dinslaken-Hiesfeld in den Ruhestand.
Gerd Brodde geht als Leiter der Grundschule Hühnerheide in Dinslaken-Hiesfeld in den Ruhestand.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Gerd Brodde war seit der Gründung der Grundschule Hühnerheide im Jahr 1997 Schulleiter. Nun wird der 63-Jährige in den Ruhestand verabschiedet.

Dinslaken..  Der erste Stabwechsel steht an der Grundschule Hühnerheide zum Ende des Schuljahres an: Gerd Brodde, seit der Gründung der Schule im Jahr 1997 Schulleiter, geht in den Ruhestand. Als Nachfolger wird Willi Schmidt das Amt übernehmen, Rektor der Maximilian-Kolbe-Grundschule in Schermbeck. Für den Bruckhausener Gerd Brodde geht nach 18 Jahren in der Hühnerheide eine „spannende, reizvolle Zeit“ zu Ende.

Denn nicht jeder Rektor hat die Gelegenheit, eine neue Schule aufzubauen. Gemeinsam mit einigen Kollegen kam Gerd Brodde 1997 von der Dorfschule an die neu gegründete Schule in der Hühnerheide, die damals auf der grünen Wiese stand, weil das umliegende Wohngebiet noch in der Entstehung war. „Wir mussten erst einmal Strukturen schaffen und uns ein Profil geben“, erzählt Gerd Brodde von der Arbeit in den Anfangsjahren. Als eine der ersten Grundschulen öffnete die GGS Hühnerheide sich für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Bis heute besuchen Kinder mit Handicap die Schule, aktuell zum Beispiel zwei Kinder mit Down-Syndrom und ein blinder Schüler. Im Rahmen der Inklusion wird die GGS Hühnerheide aufgrund ihrer barrierefreien Bauweise künftig Schwerpunktschule für Kinder mit körperlichen Einschränkungen sein.

Partnerschaft mit Tansania

Zum Profil der Schule gehört auch das Engagement für die Partnerschule Lambo School in Tansania, das Gerd Brodde sehr am Herzen liegt. „Es ist wichtig, dass die Kinder Einblicke in die jeweils andere Kultur bekommen“. Zweimal reiste er selbst nach Afrika, um die Partner sowie ihre Arbeit vor Ort kennenzulernen und will auch nach seiner Pensionierung in der Partnerschaft weiter aktiv bleiben. Mit der Schule in der Hühnerheide, in deren Umfeld im Laufe der Jahre ein Wohngebiet gewachsen ist, hat sich auch der offene Ganztag immer weiter entwickelt: Ein Drittel der 240 Kinder besucht heute die Übermittagbetreuung.

Mit gemischten Gefühlen verabschiedet sich der 63-Jährige nun nach 18 Jahren von der Schulgemeinde. Zwar hat er sich bewusst für einen vorzeitigen Ruhestand entschieden und dafür, seine Ehefrau Ursula, die ebenfalls im Schuldienst arbeit, zu entlasten. Dennoch fällt der Abschied schwer, denn eine intensive, aber schöne Arbeitszeit gehe damit zu Ende.

Langeweile im Ruhestand fürchtet der Bruckhausener nicht: Haus und Garten wollen versorgt werden, dazu fährt der 63-Jährige gerne Rad und spielt im Hiesfelder Orchester Collegium Musicum Geige.

Sein Nachfolger Willi Schmidt wechselt nach den Ferien von Schermbeck nach Dinslaken, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Er leitete die katholische Maximilian-Kolbe-Grundschule seit 2005.