Der Bagger steht bereit
10.02.2012 | 19:14 Uhr 2012-02-10T19:14:00+0100
Dinslaken. Mit dem Hertie-Abriss beginnt die Innenstadtentwicklung offiziell. Dr. Thomas Palotz über den Stand der Dinge.
Wer sehnsüchtig darauf wartet, dass sich in Sachen Innenstadtentwicklung etwas bewegt, hat den Startschuss bereits verpasst. Denn mit der Hertie-Abriss-Party am kommenden Dienstag (s. Kasten) beginnt die praktische Umsetzung der Planungen nur offiziell. Eher unspektakulär hat die eigentliche Innenstadtentwicklung bereits begonnen: Das Hertie-Gebäude wird durch Hellmich bereits entkernt, bevor der Abrissbagger dann von außen die Wände einreißt. Und zwischen Kino und Volksbank, dem Platz am Neutor, hat die Innenstadtentwicklung mit dem Fällen von Bäumen auch bereits in den letzten Tagen begonnen. Ganz zu schweigen von der Stadtbibliothek, die auch schon seit Wochen eingerüstet ist, weil die Fassade erneuert wird. Im Gespräch mit der NRZ i nformierte Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz über den Stand der Dinge.
Neutor
Am Platz am Neutor (zwischen Kino und Volksbank) soll in Kürze mit den Arbeiten begonnen werden. Die Parkplätze sollen großzügiger angeordnet, außerdem der Bürgersteig verbreitert werden, um Platz für Außengastronomie zu schaffen.
Die Bushaltestellen vom Neutorplatz sollen in diesen Bereich verlegt werden, damit das Areal zwischen der Gaststätte Maaß und dem neuen Einkaufszentrum eine Aufenthaltsqualität bekommt. Verbindlich hat nun auch die Sparkasse zugesagt, den Pavillon am Neutorplatz durch einen zweigeschossigen Neubau zu ersetzen, der eine Sparkassen-Filiallösung und ein Café-Angebot beheimaten soll. Beide Plätze sollen spätestens Ende 2013 mit dem neuen Einkaufszentrum fertig sein. Die Bäume werden derzeit als vorbereitende Maßnahme entfernt, da nur bis März gefällt werden darf (Vogelschutz).
Einkaufszentrum
Mit dem Bau der Neutor-Galerie soll begonnen werden, sobald das Hertie-Gebäude abgerissen ist. Die Hellmich-Gruppe und Investor Multi Development (MD) aus Duisburg wollen spätestens bis 2013 die Eröffnung des Einkaufszentrums feiern. Nach anfänglicher Euphorie über die Kooperation mit MD zeigt sich Beigeordneter Palotz zusehens skeptisch: Er warte darauf, dass sich MD auch zum Zusammenspiel zwischen Galerie und bestehendem Einzelhandel äußere. So wisse die Stadtverwaltung immer noch nicht, welche Geschäfte namentlich ins Einkaufszentrum kommen sollen und ob dadurch eventuelle Konkurrenzsituationen entstehen könnten. Auch wisse man nicht, ob mit Dinslakener Einzelhändlern darüber verhandelt würde, ob sie ins Einkaufszentrum umziehen wollen. „Und das wäre für uns schon interessant“, so Palotz.
Bahnhof
Ein wesentlicher Baustein der Innenstadtentwicklung ist für Thomas Palotz der Bahnhofs-Bereich. Als Tor zur Stadt müsse der Ankommende von hier in Richtung Innenstadt geführt werden. Derzeit ist für den Bereich ein Verkehrsgutachten in Arbeit, auf das die städtebauliche Thematik aufgesetzt werden soll. Ob die Fußgänger über die Bahnstraße oder über die Friedrich-Ebert-Straße in die Innenstadt geführt werden sollen, ist laut Palotz noch offen. Mit einer Umsetzung ist in diesem Jahr nicht zu rechnen.
Stadthalle / Stadtpark
Die geplante Bürgerbeteiligung über die Neugestaltung des Stadtparks muss warten: Bevor nicht entschieden ist, was mit der Kathrin-Türks-Halle geschieht, mache es keinen Sinn, den Park zu überplanen, so Planungsdezernent Thomas Palotz. Derzeit wird ein Gutachten mit den Optionen Sanierung oder Abriss und Neubau an gleichem oder anderem Ort erstellt. Ginge es nach ihm, würde Palotz die Halle am liebsten sanieren lassen, da sie durchaus ihre, wenn auch eigensinnige, architektonische und stadtplanerische Berechtigung habe. Man müsste dann allerdings das Gesamtkonzept überdenken, über Ergänzungen, Angebote und möglicherweise Teilrückbau nachdenken, so Palotz. Denn eines steht für ihn fest: „Das Verhältnis zwischen Stadt und Betreiber kann so nicht weiter gehen“, sagt Palotz.
Die Perspektive
Beigeordneter Thomas Palotz hofft, dass der Hertie-Abriss und der Bau des Einkaufszentrums einen Impuls geben. Nur wenn Stadt, Bürger, Immobilieneigentümer und Handel an einem Strang ziehen, könne die Innenstadtentwicklung gelingen. „Ich habe die Hoffnung, dass Dinge, die sich derzeit schwierig und theoretisch darstellen, mit dem Baustart der Neutor-Galerie eine Eigendynamik entwickeln“, so Palotz.
Party steigt am Dienstag ab 18 Uhr
Am Dienstag, 14. Februar, steigt auf dem dann gesperrten Hans-Böckler-Platz eine öffentliche Abriss-Party des alten Hertie-Hauses. Initiatoren sind die Hellmich-Unternehmensgruppe und die Multi Development. Alle Interessierten sind eingeladen, ab 18 Uhr dabei zu sein. Neben mehreren Speise- und Getränkeständen wird auch ein Sinalco-Truck mit integrierter Bühne aufgebaut sein. Hier wird die Krefelder Band „Sick’s Pack“ ihr Repertoire an Cover Songs zum Besten geben. Gegen 19 Uhr wird im Beisein von Bürgermeister Dr. Michael Heidinger ein von Scheinwerfern angestrahlter Bagger den Abriss des Hertie-Hauses einläuten. Als besonderes Highlight soll im Anschluss vom Dach des Hertie-Hauses ein Feuerwerk gezündet werden.
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