Dem Dinslakener Frauenleben auf der Spur

Dinslaken..  Mechthild war erst 17, als sie den Grafen Otto von Kleve heiratete und fortzog von Burg Virneburg aus dem heutigen Kreis Mayen. Im Jahr 1308 war es und nur zwei Jahre später starb Otto, seine Tochter Irmgard wurde erst nach seinem Tod geboren. Schlechte Karten für Mechthild, hätte sie einen Sohn bekommen, so hätte sie für ihn die Klever Geschicke bis zu seiner Volljährigkeit geleitet. So aber zog sich Mechthild von Virneburg als Witwe auf das Dinslakener Kastell zurück und war, übrigens für Jahrhunderte, die erste und einzige Frau, die über Dinslaken „herrschte“.

Gleich eine ganze Kinodynastie gründete Helene Trenthammer – mehr aus Zufall oder der Not heraus. Sie hatte auf dem Dinslakener Pferdemarkt ein Handkurbelgerät zur Wiedergabe von sich bewegenden Bildern entdeckt, die Chance sofort erkannt und führte seitdem im Saal der Reichskrone an der Neustraße Filmnachmittage durch.

Nur zwei Beispiele von vielen Frauengeschichten, die die Mitglieder des Frauengeschichtskreises wieder ans Licht gebracht haben. Seit nunmehr 20 Jahren besteht der Kreis interessierter Frauen, die sich um die Sichtbarmachung von Frauengeschichte in Dinslaken kümmern, bereits ein Buch auf den Weg brachten, am zweiten arbeiten und zahlreiche Ausstellungen und Führungen ins Leben gerufen haben.

Auch in diesem Jahr wird es statt einer Jubiläumsfeier zwei Stadtführungen geben. Im September organisieren sie eine Planwagenfahrt zu den Orten von Frauenleben in Dinslaken, eine Anmeldung dazu ist bereits möglich. Und am 27. Mai geht es auf einen Rundgang zu den interessantesten Frauenorten in der Stadt. Treffpunkt ist der Burginnenhof (17 Uhr) – hier erfahren interessierte Teilnehmer auch noch ein wenig mehr über das aufregende Leben der Mechthild von Virneburg im mittelalterlichen Dinslaken.

Nicht minder spannend ist die Geschichte des Klosters und ihrer Bewohnerinnen, die sich im Mittelalter um das so genannte Gasthaus gekümmert haben, die im Melatenhaus vor der Stadt arbeiteten und dort Pest- und Cholerakranke pflegten. Wissen Sie wo es war, das Kloster? Nein? Dann lassen sie sich entführen in eine vergangene Welt. Die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro. Unter 66268 anmelden oder einfach am Mittwoch um 17 Uhr im Burginnenhof vorbeischauen.