Dauerärgernis Kanalbrücke Friedrichsfeld

Freie Fahrt gibt es auf der Kanalbrücke nur in Richtung Wesel.
Freie Fahrt gibt es auf der Kanalbrücke nur in Richtung Wesel.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Seit Monaten ruht die Baustelle über den Wesel-Datteln-Kanal in Friedrichsfeld, die für die Bürger mit Umwegen verbunden ist. Bis Ende Oktober sollen die Arbeiten, wenn alles planmäßig läuft, fertig sein

Voerde..  Die Baustelle auf der Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal an der Frankfurter Straße in Friedrichsfeld ist seit vielen Monaten ein großes Ärgernis. Nicht etwa aufgrund von Lärm oder Lkw-Verkehr – auf dem Bauwerk tut sich augenscheinlich nichts. Und dieser Umstand sorgt insbesondere auch deshalb bei Bürgern für Unmut, weil damit lange Umwege verbunden sind. Die Brücke ist für den Kraftfahrzeugverkehr nur in Richtung Wesel befahrbar, wer in Richtung Voerde das Gewässer überqueren will, muss eine Umleitung in Kauf nehmen. Das Verständnis dafür schwindet angesichts der seit Monaten still stehenden Baustelle.

Gasleitung muss versetzt werden

Seitens der Projektleitung des für die Maßnahme zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Duisburg-Meiderich hieß es vor etwa einem Dreivierteljahr, man gehe von einem Ende der Arbeiten im Juni dieses Jahres aus. Der Monat ist seit zwei Tagen Geschichte, der Einbau der neuen Gehwegplatten – die alten waren Mitte vergangenen Jahres ausgehoben worden – aber hat noch nicht einmal begonnen. Die Fertigstellung wird sich, wenn alles nach Plan läuft, um vier Monate verzögern.

Den Grund dafür erklärt Projektleiter Günter Franz damit, dass umgeplant werden musste, nachdem klar geworden war, dass die alten maroden Gehwegplatten aus Beton nicht so eins zu eins ersetzt werden können, weil sie zu schwer sind. Also wurde eine Stahlausführung in den Blick genommen und es musste eine zweite Brückenberechnung erfolgen. Diese habe letztlich zu der Verzögerung geführt. Unter der Prämisse, dass beide Gehwege auf der Brücke wieder in Betrieb gehen sollen, muss die Gasleitung, die außen unter der Kanalbrücke am Gehweg auf der Ostseite verläuft, wie im Fall der Beton-Lösung demontiert und der Ersatz mittig der Brücke installiert werden, wie Projektleiter Günter Franz weiter ausführt.

Bevor damit begonnen werden kann, gilt es, unter der Brücke bis zur Mitte des Bauwerkes ein Hängegerüst zu installieren. Dieses dient zum einem als Baugerüst bei der Montage der neuen Gasleitung und zum anderen auch als Absturzsicherung für den Fall, dass bei den Arbeiten Material hinunterfällt. Mit dem Aufbau des Hängegerüstes – zunächst auf der Friedrichsfelder Seite – soll laut Günter Franz am 13. Juli begonnen werden.

Brücke bald komplett gesperrt

Der Projektleiter geht davon aus, dass die Arbeiten innerhalb von 14 Tagen abgeschlossen sein werden, so dass ab 27. Juli der Einbau der Gasleitung – „Hauptversorgungsleitung zwischen Wesel und Duisburg“ – starten würde. Ist das Stück auf der Friedrichsfelder Seite erledigt, ist die Weseler Seite an der Reihe. Dafür wird das Hängegerüst entsprechend verschoben. Die Brücke werde während der Arbeiten zur neuen Gasleitung für den Verkehr komplett gesperrt, kündigt Franz an. Darüber will das Wasser- und Schifffahrtsamt vorher gesondert informieren. Der Einbau der Gehwegplatten erfolgt parallel. Geplant ist, Anfang September auf die neue Gasleitung umzuschalten, spätester Termin der Inbetriebnahme sei der 30. September. Franz hofft, dass bis Ende Oktober alles fertig ist. Dies hänge vom Bauablauf und vom Wetter ab. Das Kapitel Kanalbrücke Frankfurter Straße wäre damit vorerst, aber nicht langfristig geschlossen. So soll das alte Bauwerk in einigen Jahren einem Neubau weichen.