Das närrische Treiben im Paulushaus

Auftritt der „tanzenden Säcke".
Auftritt der „tanzenden Säcke".
Foto: FUNKE Foto Services
Die KAB Sankt Paulus hatte zur traditionellen Prunksitzung nach Voerde geladen und die Narren kamen.

Voerde..  Mit bunten Luftballons und anderen Dekomaterialien hatten die Jecken der KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) Sankt Paulus den Saal des Paulushauses in eine schöne Karnevalskulisse verwandelt. Farbenfroh fiel dann auch der erste Showauftritt auf der Bühne aus. In unterschiedlich kolorierte Ganzkörperkostüme gehüllt betraten die „Tanzenden Säcke“ die Bühne. Die Frauen der Ortsgruppe der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) präsentierten dem Publikum in dieser Kostümierung eine ganz besondere Tanzdarbietung und brachten Stimmung in den Saal des Paulushauses.

Der war allerdings etwas leerer als gewohnt. „Es ist dieses Jahr eher eine etwas größere Familienfeier“, kommentierte Sitzungspräsident Jürgen Händler die Zahl der Gäste. „Wir haben nur etwa halb so viele Karten verkauft, wie sonst.“ Vielleicht eine Folge der sehr kurzen Karnevalssession, in der sich momentan die Prunksitzungen häufen. Zum ersten Mal in 15 Jahren mussten die Jecken auch ihren neuen Ehrenrat in Abwesenheit küren. Karl Poder, der seit mehr als 50 Jahren in der KAB aktiv ist, wurde zum neuen Ehrenrat ernannt. „Wir werden das mit der Auszeichnung nicht bei ihm Zuhause nachholen“, erklärte Sitzungspräsident Jürgen Händler. Doch auch davon ließen sich die Jecken nicht die Stimmung trüben.

Mit Witzen am laufenden Band heizten Diddi (Dietmar Pinger) und Ludger (Ochtrup) die Stimmung im Saal noch mal an. Unter anderem mit der Feststellung, dass Jesus ganz klar ein Student war. „Er wohnte mit 30 noch zu Hause, hatte lange Haare, und wenn er mal was machte, war es ein Wunder“, fasste das Duo auf der Bühne die Fakten zusammen. Für weitere humoreske Spitzen sorgten Werner Völlings und Stefan Büscherfeld. Während letzterer am E-Piano für Musik sorgte, kam Völlings direkt mit riesiger Spirituosen-Flasche und Engelsflügeln auf die Bühne. „Schnaps, das war mein letztes Wort“ intonierte er dazu und berichtete von seinem Leben rund um seinen Stammtisch, den er auch mal öfter von unten sah. „Ich möchte mal wissen, wo ich in der Nacht von Freitag auf Montag war“, erklärte er seinem Publikum. Schließlich kam er zum Ergebnis, dass Alkohol keine Lösung sei. „Aber man vergisst die Frage!“ Für kurzweilige Wortbeiträge und viele Lacher sorgten auch Anni Lorenz, die aus dem Leben einer Hausfrau berichtete und Philipp Pinger, der als „Schlagerexperte“ Werbung für deutsches Liedgut machte.

Abgerundet wurde das Programm durch die Tanzbeiträge der „Funkies“ des Voerder Karnevalvereins und die Tanzgarde der KAB Sankt Barbara aus Duisburg-Hamborn. Außerdem sorgte der Kirchenchor „Die Paulaner“ in Piratenkostümen und mit Seemannsliedern für jeckes Treiben auf der Bühne. Nach Programmende wurde im Paulushaus noch weiter die fünfte Jahreszeit gefeiert.

Die meisten der Programmpunkte der KAB-Prunksitzung werden von Mitgliedern der KAB selbst oder von befreundeten Gruppen und Vereinen gestaltet.

Auch das Stadtprinzenpaar von Voerde, Dieter II. (Kleinpeter) und Marita I. (Vierkötter), ließ es sich nicht nehmen, die Prunksitzung im Saal des Paulushauses zu besuchen.

Bürgermeister Dirk Haarmann zeigte sich ebenfalls begeistert vom jecken Treiben: „Ich bin zum ersten Mal zu Gast hier und wenn ich das so sehe, habe ich in den vergangenen Jahren eine Menge verpasst“, sagte er.