„Das Museum ist entbehrlich“
09.02.2012 | 18:43 Uhr 2012-02-09T18:43:00+0100
Dinslaken.Dr. Thomas Palotz weiß, dass er nicht das politische Sagen hat. Aber immerhin ist er Planungsdezernent und Kämmerer, als Beigeordneter Mitglied des dreiköpfigen Verwaltungsvorstandes.
Neben Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und der Ersten Beigeordneten Christa Jahnke-Horstmann führt er die Stadtverwaltung. Und da hat es schon Gewicht, wenn Thomas Palotz sagt: „Das Museum Voswinckelshof in seiner jetzigen Form halte ich für entbehrlich.“
Ein Standpunkt, den Palotz nicht etwa vertritt, weil er das von der SPD wieder ins Spiel gebrachte Stadthistorische Zentrum (neu ausgerichtetes Museum mit Anbau für das Archiv) als Ersatz favorisiert. Denn diese Idee hält er aufgrund des finanziellen Drucks auf die Stadtkasse für „schwierig“, weil wahrscheinlich zu teuer. Stattdessen könnten wichtige bildungshistorische Bestandteile so erhalten werden, wie es etwa in der Bollwerkskate (Backstube) der Fall ist. „Ich kann mir gut vorstellen, dass hier zum Beispiel der Heimatverein eine wichtige Aufgabe übernimmt. Wieso muss dafür immer die Kommune verantwortlich sein?“, fragt Palotz. Als Beispiel für erfolgreiches ehrenamtliches Engagement in Sachen Historie nennt er den Hiesfelder Mühlenverein und sein gut besuchtes Museum.
Mit Blick auf das Museum Voswinckelshof und seine „bescheidenen Besucherzahlen“ könne man vielleicht zu dem Schluss kommen, dass dieses Museum nicht mit einem neuen (und teurem) Konzept ausgestattet werden muss, sondern schlichtweg vom Bürger nicht gewollt sei. Einen ähnlichen Standpunkt hatte zuletzt auch die Junge Union, Nachwuchsorganisation der CDU, vertreten.
„Aus meiner ganz persönlichen Sicht glaube ich nicht, dass Dinslaken schlechter würde, wenn es dieses Museum nicht mehr gäbe“, so Palotz. Und was sollte dann in den Voswinckelshof? Das Stadtarchiv? Ohne Neubau? „Beispielsweise“, zeigt sich Palotz offen.
Stadtbibliothek ist wichtig
Er wisse wohl, dass dieser Standpunkt auch in „seiner“ CDU längst nicht von allen geteilt würde. Wenn man aber über Einsparungen und Konsolidierungspotenzial rede, müssten solche Standpunkte erlaubt sein. „Ich bin mit dem Thema als Nicht-Dinslakener vielleicht nicht so emotional verbunden, aber manchmal ist ein distanzierter Blick ja auch ganz gut. Doch wie gesagt: Das ist meine persönliche Meinung“, sagt der Beigeordnete.
Eine ganz andere Meinung hat er zum Thema Stadtbibliothek. Diese sei als kulturelle Einrichtung ein Schwerpunkt mit großer Bedeutung. Deshalb sei es auch wichtig, mit dem jetzt beschlossenen neuen Buchungssystem (die NRZ berichtete) in die Bibliothek und ihre Zukunft zu investieren. In Palotz’ Zuständigkeitsbereich fällt die Sanierung der Stadtbibliotheksfassade, die begonnen hat, aber wegen der Frostphase ruht. Diese Maßnahme sei ihm besonders wichtig gewesen, weil im Zuge der Innenstadtentwicklung ja auch Immobilieneigentümer dazu bewegt werden sollen, ihre Fassaden zu verschönern, um der City mehr Attraktivität zu verleihen. „Und wenn die Stadt so etwas verlangt, darf sie nicht immer nur als Moderator auftreten, sondern muss auch mit guten Beispiel voran gehen“, so Thomas Palotz.
13:41
Herr Pallotz soll sich mal ums Bauen kümmern und die Kulturellen belange den Fachleuten überlassen. Es wurde schon längst eine überarbeitung des Konzepts auf den Weg gebracht...die Frage stellt sich allerdings ob der neustart mit dem vorhandenen Personal auch so zu machen ist...
Es ist auch der falsche weg über das im Moment schwächste Glied der Stadt seine weiteren politischen Ambitionen vorzubereiten...und soll jetzt bitte niemand behaupten die wären nicht vorhanden...