Das Internet und die Öffnungszeiten

Dinslaken..  Durch die Neutor-Galerie habe sich der Einzelhandel schon stark geändert. Weitere Veränderungen würden kommen, so die Experten des Einzelhandelsverbandes und meinen damit den Internethandel und das Angebot von kostenlosen Internetzugängen in der Innenstadt.

„Viele Umsätze werden heute über das Internet abgewickelt und führen dazu, dass insbesondere der Fachhandel an Marktanteilen verloren hat“, so Wilhelm Bommann. Da dieser im hohen Maße personalintensiv sei, würden auf Dauer negative Beschäftigungseffekte nicht ausbleiben, fügte er hinzu. Jeder Internetkäufer müsse sich bewusst sein, dass der Fachhandel zusätzlichen Service anbieten würde und diese Leistung sich zum Teil auch im Preis widerspiegelt. Dennoch müssen die Händler reagieren. „Viele haben das Thema Internethandel falsch eingeschätzt“, meint Alfred Walzer. Die Einzelhändler müssten für sich prüfen, ob der Handel über das Internet zur eigenen Ergebnisverbesserung beitragen könne.

Es müsse aber auch darum gehen, den Kunden das Einkaufen in den Innenstädten schmackhaft zu machen, so dass sie den Einkauf in einem Geschäft der Internetbestellung vorziehen. Pflicht werde es für Innenstadt-Händler sein, für ein für Kunden kostenloses WLAN zu sorgen. Dann hätte man die Chance, die Kunden zu halten. „Der Einzelhandel befindet sich im größten Strukturwandel seit Einführung der Selbstbedienung“, lautet das Fazit der Experten.

Die Händler seien zwar überzeugt, dass einheitliche Öffnungszeiten am Standort wichtig bzw. sehr wichtig sind. Das Beispiel Dinslaken zeigt aber, dass es schwierig ist, sie durchzusetzen und langfristig einzuhalten. Nach der Eröffnung der Galerie gab es den Appell der Werbegemeinschaft, sich den Öffnungszeiten der Galerie anzupassen. Wie es jüngst im Wirtschaftsförderungsausschuss hieß, ruderten einige Geschäftsinhaber schon wieder zurück.

Die Einzelhändler am Niederrhein gehen laut Einzelhandelsverband „verhalten optimistisch“ ins Jahr 2015. Sie erwarten, „dass das verfügbare Einkommen nicht durch weitere Steuern und kommunale Abgaben abschöpft wird“, sagte Alfred Walzer. Nach Angaben des Einzelhandelsverbandes verfügen die Dinslakener über eine Kaufkraft in Höhe von 395,5 Millionen Euro. Der Umsatz des Dinslakener Einzelhandels wird mit 313,6 Millionen Euro angegeben. Das heißt, sehr viel Geld geben die Dinslakener in anderen Städten oder beim Internethandel aus.