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"Das habe ich doch gar nicht verdient"

21.01.2009 | 17:57 Uhr

AUSZEICHNUNG. Dr. Romana Drabik erhält den päpstlichen Orden für ihre Verdienste um die Lepra- und Tuberkulosearbeit.

DINSLAKEN / ROM. Die Ehrung kommt mitten aus der Gemeinde St. Vincentius, auch wenn der Absender kein Geringerer als der Heilige Vater ist. "Es war eine Überraschung, fast ein Schock, als Pastor Theo van Doornick und Diakon Bernhard Groß mich vor zwei Wochen besuchten und bei einer Tasse Kaffee die Nachricht überbrachten", blickt Dr. Romana Drabik (72) zurück.

Papst Benedikt XVI. hat der Dinslakener Ärztin "in Würdigung ihrer nationalen und internationalen Verdienste um die an Lepra und Tuberkulose erkrankten Menschen" den päpstlichen Orden "Pro Ecclesia et Pontifice" verliehen.

Aus diesem Anlass wird am Samstag, 31. Januar, in der St. Vincentius-Kirche um 18.30 Uhr ein Dankgottesdienst gefeiert, in Konzelebration mit Weihbischof Heinrich Janssen und den Pastören Theo van Doornick, Gregor Wolters und Bernhard Kösters. Die Predigt hält Bernhard Groß. Anschließend überreicht der Weihbischof Dr. Romana Drabik den päpstlichen Orden in einer Feierstunde im Johannahaus.

"Hier ist jemand, der das verdient hat", beschrieb Groß gestern im Pressegespräch "das Empfinden der Gemeinde". Der Antrag aus dem Seelsorgeteam an den Heiligen Vater sei Anfang Dezember erfolgt, die Bearbeitung durch den Diözesanadministrator in Münster und den päpstlichen Nuntius in Berlin besonders schnell gegangen. "Nach dem Okay aus Rom Anfang Januar rief mich der Weihbischof an, dass er keinen schickt, sondern zur Verleihung selbst kommt", so Pastor van Doornick.

"Das habe ich doch gar nicht verdient, an meinen Projekten hängen so viele Menschen", meinte die engagierte Ärztin gestern in ihrer Bescheidenheit, verwies auf die Gemeinden St. Vincentius und St. Jakobus sowie die Unterstützung der Stadt. Und sie dankte "den vielen lieben Menschen, auch den evangelischen Christen, die meine Bemühungen im Gebet stets begleitet haben".

Eine Arbeit der Barmherzigkeit

Seit 33 Jahren kümmert sich die Fachärztin für Innere Medizin um Leprakranke ("eine Arbeit der Barmherzigkeit"), den ersten Kontakt zu ihnen hatte sie 1976 auf einer Urlaubsreise in Kenia. Dr. Drabik: "Lepra wurde meine Leidenschaft. Jeder Mensch hat einen Wert, ist ein Abbild Gottes. Ich wollte Christus in diesen Ausgestoßenen suchen und finden."

Zusammen mit ihrem 2007 verstorbenen Mann Arkadius und Sohn Attila half die Dinslakener Ärztin, wo sie konnte: In Afrika, Indien oder der ehemaligen Sowjetunion. "Lepra ist eine biblische Krankheit. Also suchte ich zur Unterstützung eine große Kirchengemeinde", so die Internistin. Die fand sie 1980 in St. Vincentius mit Pfarrer Bernhard Kösters. Seither ist die Leprahilfe dort fest verankert, was nicht nur die bisher 28 Lepramärsche zeigen.

Seit 1998 gibt es die Tuberkulosehilfe in St. Jakobus, angestoßen durch ihr Engagement im Kaukasus. Medikamente und andere Hilfsmittel kaufte die Ärztin, schickte sie in diese Region, therapierte vor Ort, in Gefängnissen, reduzierte die Sterberate. Jetzt kümmert sich Dr. Drabik um ein Projekt in der Ukraine: Knochentuberkulose bei Kindern. Info: www.lepra-tuberkulose.de

PETER NEIER

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