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Gastronomie

Das Ende einer Ära in Hünxe

04.01.2016 | 23:00 Uhr
Das Ende einer Ära in Hünxe
Feiern gehörte dazu, etwa zu Halloween. Hier ein Archivbild.Foto: Weißenfels, Markus

Hünxe.   Die Traditionsgaststätte „Zum Trotzenberg“ in Hünxe-Drevenack schließt. Ausverkauf am Wochenende

Im Sommer beim „Rock im Dorf“ war es noch mal richtig schön voll. Die Lokalmatadore Cool Creedance Rock spielten auf, rund 200 Gäste füllten den Saal, die Stimmung war bestens. Gereicht hat das auf Dauer nicht. Am Ende ereilte die Gaststätte „Zum Trotzenberg“ an der Kirchstraße 10 in Drevenack das selbe Schicksal wie viele andere Traditionslokale. Im Laufe der letzten Jahre brachen immer mehr Gäste weg, die junge Generation ist mit herkömmlichen gastronomischen Angeboten kaum noch zu erreichen. Jetzt zogen Wirtin Monika Müller und ihr Mann Stephan die Konsequenzen. Sie schlossen ihr Lokal im alten Ortskern zum Ende des Jahres. „Das ist leider nicht zu ändern“, bedauert Monika Müller.

Gestern war die Wirtin in ihrer Gaststätte, um aufzuräumen. Ende des Monats muss alles raus sein, der Vermieter hat neue Pläne. Er will das Gebäude zu Wohnungen umbauen. Für Drevenack endet damit eine Ära. 32 Jahre befand sich die Gaststätte im Familienbesitz – vor Monika Müller, die das Lokal im Jahr 2005 übernahm, wurde sie von ihren Eltern Heidi und Manfred Wendt betrieben.

Ein Gasthaus neben der Dorfkirche gab es schon seit dem 16. Jahrhundert, berichtet Stephan Müller. Eine Zeit lang diente es auch als Postgebäude. Überregional bekannt war es als Tanzlokal unter dem Namen „Zum halben Mond“.

„Früher war ‘Zum Trotzenberg’ eine Goldgrube“, erinnert sich Müller. Wer hier feiern wollte, musste Monate im Voraus buchen. In den letzten Jahren jedoch liefen die Geschäfte zusehends schleppend. „Es hat sich vieles verändert“, überlegt Monika Müller. Alles begann mit dem Rauchverbot, das die Gastronomie hart traf. Außerdem wurde es immer schwieriger, den großen Saal zu vermieten: „Wer feiert heute noch mit 140 Leuten Hochzeit?“ Auch der Betrieb auf der Kegelbahn ging zurück, wobei sich bis zuletzt noch 22 Vereine bei den Müllers trafen. Trotzdem dünnten sich die Gästezahlen immer mehr aus. Viele Stammkunden wurden älter, die jüngeren Leute gestalten ihre Freizeit heute anders. „Und die Kunden in den mittleren Jahren bleiben mit ihren Familien zuhause.“

Einen Teil der Einrichtung hat Monika Müller bereits über das Internet veräußert. Am kommenden Wochenende, 9. und 10. Januar, lädt sie zum Ausverkauf in ihre Gaststätte ein: Zwischen 11 und 18 Uhr wird sämtliches Inventar veräußert – von den Gläsern bis hin zu Tischdecken und Lampen.

IG-Vorstand legt Amt nieder

Das Ehepaar Müller selbst bleibt der Gastronomie erhalten – allerdings nicht mehr in Drevenack. Die Entwicklungen haben so auch Konsequenzen für das kulturelle Leben im Ort. Stephan Müller, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Drevenack, legt sein Amt nieder – ihm folgt der gesamte Vorstand. Ob sich Nachfolger finden, steht derzeit in den Sternen.

Den Vereinen wird die Gaststätte „Zum Trotzenberg“ fehlen. Als entsprechendes Angebot gibt es nun nur noch die Gaststätte Alt-Peddenberg an der Hünxer Straße. Hier stehen zwei Kegelbahnen zur Verfügung.

Petra Kuiper

Kommentare
29.01.2016
07:43
Das Ende einer Ära in Hünxe
von rauchwienix | #1

Ja,klar,das Rauchverbot bzw. der Nichtraucherschutz durfte als Grund für die Schließung natürlich nicht fehlen! Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit...
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Das Ende einer Ära in Hünxe
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-dinslaken-huenxe-und-voerde/das-ende-einer-aera-in-huenxe-id11428803.html
2016-01-04 23:00
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