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Da waren es nur noch fünf verirrte Karpfen...

31.05.2012 | 10:00 Uhr
Da waren es nur noch fünf verirrte Karpfen...
In diesen Graben sind die rund 40 Karpfen geraten. Andreas Bäder, Anwohner der Rheinaue, sowie seine Nachbarn sorgen sich um die Tiere und suchten nach Hilfe. Foto: Peggy Mendel

Dinslaken.   Rund 40 Karpfen wurden in der Rheinaue in einen Graben gespült. Bisher fühlte sich niemand für die Rettung zuständig.

„Zehn kleine Fische“. So heißt eine moderne Variante eines alten Kinderliedes, das so endet: Alle sind weg. Wenn die Behörden sich nicht sputen, wird sie bald in der Rheinaue Realität. Dort ist ein Schwung Karpfen in einem Überlaufgraben gelandet. Die besorgten Anwohner versuchen nun seit zwei Wochen, jemanden zu finden, der den großen Fischen aus dem seichten Wasser helfen kann und darf. Denn das Gelände ist eingezäunt, die Böschung steil. Offenbar fühlt sich aber niemand zuständig. Und es werden immer weniger Karpfen.

„Ich will zurück in meinen wunderschönen Teich“ singen die Fische in dem Lied. Ähnlich verhält es sich auch in der Rheinaue. „Wahrscheinlich bei dem starken Gewitter vor zwei Wochen“, vermutet Anwohner Andreas Bäder, seien die Fische von dem Grundwassersee nebenan durch ein Überlaufrohr in den Graben gespült worden. „30, 40 Karpfen“ hat Nachbar Peter Link gezählt.

Das Problem: Bei schönem Wetter sinke der Wasserstand in dem Graben. „Zu niedrig für so große Fische“, befürchtet Bäder. Zudem die Tiere immer wieder gegen ein Gitter schwimmen, das Äste aus dem Wasser filtern soll, und sich so verletzen. „Wir haben auch schon tote Fische neben dem Gitter gefunden“, klagt Bäder. Denn einmal wöchentlich werde das Gitter von sperrigen Gegenständen befreit. Auch von Fischen? Die Anwohner wurden aktiv, informierten den NABU in Wesel.

Da waren es noch rund 20 Karpfen.

Verletzungen durch Gitter

Doch der Naturschutzbund, sagten die Anwohner, fühle sich nur für Vögel zuständig, nicht für Fische. Leider, bedauerte Peter Malzbender, Vorsitzender der Kreisgruppe Wesel gegenüber der NRZ, fehlen dem Nabu dafür Gerät und Leute. Vielleicht sei die Feuerwehr zuständig?

Diesen Tipp hatte er auch den Anwohnern gegeben. Tatsächlich seien Feuerwehr und Polizei zwischenzeitlich vor Ort gewesen. „Nicht zuständig“, habe es geheißen, sagen die Anwohner. Den Fischen, so habe der Kollege vor Ort geurteilt, gehe es gut - so erklärte die Dinslakener Feuerwehr gestern. Schickte aber nach dem Presseanruf doch ein Team zu dem Graben.

Da waren gestern noch fünf Karpfen zu sehen. „Tiere in Not“, fand einer der beiden Kollegen vor Ort, seien das nicht. Denn: „Die können ja schwimmen.“ Man müsse die Zuständigkeit klären: Wem der See nebenan gehöre. Oder der Graben samt Gitter. Und ob die Stelle überhaupt noch auf Dinslakener Stadtgebiet liege. Eine Infotafel am Wegesrand - schräg gegenüber der Hagelstraße - gab neben den Logos des BUND und des NABU eine Rufnummer des BUND Duisburg als Kontakt an. Die leider nicht mehr aktuell ist. Die aktuelle Geschäftsstelle des BUND Duisburg war gestern nicht zu erreichen. Dort, so erklärte aber Jürgen Hinke, Vorsitzender des ebenfalls nicht so recht zuständigen NABU Duisburg, sei die „Gruppe Rheinaue“ zu erreichen. Die setzt sich aus Mitgliedern des NABU und BUND zusammen.

Schlussendlich bekannte sich die Stadt Duisburg als zuständig. Der Ansprechpartner in der Abteilung Fischereiwesen des Ordnungsamtes sei heute wieder erreichbar. Und regnen solle es ja heute auch...

Anja Hasenjürgen



Kommentare
31.05.2012
16:08
Da waren es nur noch fünf verirrte Karpfen...
von achjottchen | #1

Na ja.
Das schein ja ungemein schwierig zu sein, auch Karpfen als Tiere zu sehen, die leiden, Qual empfinden können und aufgrund von Ignoranz sogar sterben.
Super.
Mir kam spontan als Ansprechpartner ein Angler-Verein in den Sinn, denn die sind oft sehr Kompetent und auch daran interessiert, in solchen Situationen hilfreich zu sein.


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