City-Anwohner auf Parkplatzsuche

Parkplatzsuchverkehr in Dinslakens Innenstadt wie hier an der Roonstraße.
Parkplatzsuchverkehr in Dinslakens Innenstadt wie hier an der Roonstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Anlieger der Innenstadt leiden unter dem Parkplatzsuchverkehr und eventuelle höheren Gebühren. Die Stadt arbeitet an einem Konzept zum Anwohnerparken.

Dinslaken..  „Ich drehe schon seit Stunden hier so meine Runden, es trommeln die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren, ich finde keinen Parkplatz...“ Wie Herbert Grönemeyer in seinem Song „Mambo“ geht es derzeit vielen Autofahrern in Dinslaken. Vor allem die Anwohner der Innenstadt haben Schwierigkeiten, Stellplätze zu finden. Denn Anwohnerparkplätze gibt es in Dinslaken nicht. Noch nicht.

Vor allem mit der Neutor-Galerie habe sich die Parkplatzsituation auch für die Anlieger der Innenstadt verschärft, ist der Eindruck von Britta Bause-Zanella. Sie wohnt in der City, in der Nähe der Sparkasse. Morgens schon sehe sie deren Angestellte auf der Suche nach Stellplätzen durch die Straßen kurven. Und wenn sie nachmittags von der Arbeit kommt, sucht sie lange nach einem Parkplatz - der dann häufig noch Geld kostet und nicht in der Nähe der Wohnung liegt. „Mal eben zum Einkaufen fahren - das geht gar nicht“, sagt sie. Denn dann ist der Stellplatz wieder belegt. Schon vor dem Bau der Neutor-Galerie „war die Parksituation nicht rosig, jetzt ist sie katastrophal geworden“. Und nun sollen die Parkgebühren erhöht, Zeiten und Zonen ausgeweitet werden. „Nein, danke“, meint Britta Bause-Zanella dazu und fragt: „Wann endlich werden Anwohnerparkplätze eingerichtet? In anderen Städten geht das doch auch.“

Autos angefahren

Während in der Neutor-Galerie selbst häufig noch Platz ist, reagieren Aldi und Real auf den Parksuchverkehr mit ihren Stellflächen. Real verweist auf einem Schild darauf, dass der Parkplatz für die eigenen Kunden und nicht für die der Neutor-Galerie sei, Aldi-Kunden müssen ihre Parktickets nun an der Kasse und nicht mehr draußen entwerten lassen. An der Karlstraße wird seit geraumer Zeit alles zugeparkt. Dort - unter anderem - sucht auch Jan Zubryn häufig nach einem Stellplatz. Er wohnt an der Julius-Kalle-Straße. Von 10 bis 18 Uhr, sagt er, ist in dem Bereich alles dicht, also auch, wenn er von der Arbeit kommt. Oder vom Einkaufen. „Vor allem, wenn man Wasserkasten oder Einkaufstaschen dabei hat.“

Hinzu komme das Problem, dass „sich die Leute in die kleinsten Lücken quetschen“. Mehrmals seien schon Autos angefahren worden, seines auch. Der Verursacher ist weggefahren. In Moers etwa kostet ein Parkausweis für Anwohner 30 Euro im Jahr. Damit könnte Jan Zubryn gut leben.

Die Verwaltung beschäftige sich bereits mit dem Thema Anwohnerparken, so die Auskunft von Stadtsprecher Horst Dickhäuser. Allerdings „muss man das genau abwägen. Denn „Anwohnerparkplätze gehen zu Lasten des normalen Parkplatzsuchverkehrs“, so Dickhäuser.

Der Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehr diskutiert am Mittwoch, 4. Februar, 17 Uhr, im Rathaus das städtische Parkraumbewirtschaftungskonzept.

Dazu gehören: Erhöhung des Stundenpreises um 20 Cent. Ausweitung der gebührenpflichtigen Parkzeit - Montag bis Freitag von 7 - 18 Uhr, Samstag von 7 - 14 Uhr. Reduzierung der „Brötchentaste“ in der Innenstadt auf 15 Minuten. Bewirtschaftung von bisher nicht bewirtschafteten Flächen im Bereich des Bahnhofes (Park & Ride-Parkplatz und Parkflächen an der Bahnstraße) mit einer Tageskarte von 3 Euro bzw. Monatskarte von 30 Euro. Bewirtschaftung der Parkplätze auf der Schillerstraße (Höhe Fahrschule). Bewirtschaftung der Parkplätze an der Bachstraße, Julius-Kalle-, Heinrich-Nottebaum-Straße mit einer Tageskarte von 2 Euro bzw. einer Monatskarte von 20 Euro.