CDU-Chef wirft Vereinshaus in die Archiv-Debatte
18.10.2011 | 17:39 Uhr 2011-10-18T17:39:00+0200
Dinslaken.Es sei noch nicht die abgestimmte Meinung der CDU-Fraktion, aber seine, schickt Heinz Wansing voraus. Immerhin ist er Vorsitzender von Fraktion sowie Stadtverband - und möchte das Vereinshaus in Barmingholten als Standort für das Stadtarchiv geprüft wissen.
Nachdem die SPD in der vergangenen Woche beantragt hatte, zu prüfen, inwieweit es Sinn macht, das Museum Voswinckelshof durch einen Anbau zu ergänzen und dort Stadtarchiv und Museum zu einem „Stadthistorischen Zentrum“ zu vereinen, bezieht nun auch die CDU Position; zunächst - wie bereits erwähnt - nur in Person des Vorsitzenden. Der kann sich auch gut die Lösung am Voswinckelshof vorstellen, ist aber angesichts der Erkenntnisse um die Torflinse in der Altstadt und der damit zusammenhängenden, nicht immer einfach herzustellenden Standfestigkeit von Gebäuden unsicher, ob der von der SPD formulierte Wunsch realistisch ist.
Dennoch: „Gegen einen Prüfauftrag habe ich nichts, so lange die Verwaltung davon nicht unnötig blockiert wird.“ Die Idee sei auch schon Thema im fraktionsübergreifenden Arbeitskreis Kultur gewesen, dort bearbeitet und wohlwollend kommentiert worden, so Heinz Wansing.
Mit Blick zurück auf den aus finanziellen Gründen gescheiterten Umzug des Stadtarchivs ins Johannahaus sieht Wansing seine persönliche Schmergrenze für das Vorhaben Voswinckelshof bei 1 Mio. Euro.
Es könne ja nicht sein, dass man das Johannahaus aus finanziellen Gründen kippt und diese beim Voswinckelshof dann keine Rolle mehr spielen, so Wansing. Darüber hinaus wirft Wansing das sanierungsbedürftige Vereinshaus in Barmingholten mit in die Diskussion. Er würde gerne geprüft wissen, ob im Rahmen einer Sanierung nicht auch das Archiv hier untergebracht werden könnte und dann immer noch genügend Platz für die Vereine sei.
Das Archiv muss für Wansing nicht unbedingt in der Stadtmitte liegen: „Ich halte Barmingholten nicht für außerhalb der Welt“, sagt der CDU-Chef.
20:13
Seit Jahren dürfen wir Bürger in Dinslaken immer mal wieder irgendetwas Kluges über eine neue Unterbringung des Stadtarchivs in der Presse lesen, ohne daß etwas mehr als heiße Luft durch den Rat und die Verwaltung erzeugt wird. Mal ist es zu teuer, dann ist der Untergund in Dinslaken so schlecht, daß man dort kein Gebäude errichten kann, dann wiederum kommt ein Vorschlag, das Stadtarchiv an die äusserste Grenze von Dinslaken zu verlegen. Der letzte Vorschlag hat den Charme, daß Dank der unmöglichen Verkehrsanbindung kein Bürger das Archiv aufsuchen wird, die Angestellten dort also auch in sehr, sehr ruhiger, ja fast schon in Friedhofsruhe, ihrer Arbeit nachgehen können.
Warum wird das Stadtarchiv nicht in die Räume des jetzigen Bürgerbüros Stadtmitte untergebracht? Dieses Bürgerbüro ist in seiner räumlichen und auch sachlichen Ausstattung vollkommen überdimensioniert. Es gibt dort mindestens elf Bildschirmarbeitsplätze. Ich habe bisher nur maximal fünf dieser Arbeitsplätze durch Angestellte besetzt gesehen. Von diesen fünf Angestellten hatten nach meiner Beobachtung aber wiederum nur zwei, in wenigen Ausnahmen drei Angestellte Besucher. Wenn unsere Verwaltung mit guten Gründen die Öffnungszeiten der Bürgerbüros in den Aussenbezirken unserer Stadt, wie zum Beispiel in Hiesfeld, auf ein Minimum kürzen konnte, wird es der Verwaltungsspitze sicherlich auch möglich sein, das Bürgerbüro in der Stadtmitte kompett zu schließen. Die wenigen Angestellten, die im jetzigen Bürgerbüro Stadtmitte ihren Arbeitsplatz haben wird man sicherlich mit einiger Phantasie eien Arbeitsplatz im Rathaus schaffen können. Die Bürger, welche das Bürgerbüro aufsuchen müssen, haben keinerlei Nachteile, da das Rathaus ja in unmittelbarer Nähe zur Stadtbibliothek steht. Sollten die Büroräume des jetzigen Bürgerbüros für das Stadtarchiv nicht ausreichen, ist es mit wenig Aufwand und geringen Kosten möglich; Aktenlageräume in der jetzigen vollkommen überflüssigen Tiefgarage zu schaffen.