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Buggenhagens Grabtafel war hinter Bildern verborgen

23.10.2009 | 09:45 Uhr
Buggenhagens Grabtafel war hinter Bildern verborgen

Dinslaken. „Melchior Julius von Buggenhagen – Der letzte seines Stammes” steht auf einer Tafel verzeichnet. Geboren am 9. April 1811, gestorben am 21. März 1890. Daten über den früheren Bürgermeister und Herrn von Gut Bärenkamp, die bereits bekannt waren.

Die Tafel selber aber schlummerte lange Zeit in einem der Außenlager des Museums, verborgen, vergessen. Und mit dieser Tafel unbekannte Namen, unbekannte Daten, die jetzt wieder ans Licht des Tages gerückt wurden.

Kinder waren unbekannt

„Eigentlich hatten Museumspädagogin Cordula Hamelmann, Ruth Wendt und ich uns nur für den Geschichts-sketch 'Plausch an der Pumpe' getroffen”, erzählt Stadtführer Eduard Sachtje. Sachtje verkörpert neben dem Nachtwächter seit einem Jahr auch den alten Dinslakener Landrat Julius Heinrich von Buggenhagen, von dem es weder ein Bild noch eine ausführliche Biografie gibt.

„So betreibe ich eine etwas andere Art von Familienforschung”, lacht Sachtje. Denn die Figur des Buggenhagens wird von ihm nicht nur dargestellt, sondern gelebt. So forscht er nicht nur in Richtung „Eltern” sondern auch nach „seinen Kindern”. Einer davon ist Melchior Julius, um den es hier geht. „Bei den Sketch-Vorbereitungen erzählte mir Cordula Hamelmann, dass sie Aufzeichnungen über eine Grabtafel der Buggenhagens gefunden habe.” Mit Museumsleiter Dr. Peter Theißen ging Sachtje auf Suche und wurde hinter Bildern in einem Außendepot fündig. Auf der Tafel verzeichnet die Namen von Julius Heinrich von Buggenhagen, seinem Sohn Dettloff Ernst, Melchior Julius als letzt verstorbenen Sohn, dessen vier Kinder und zweite Frau Auguste Charlotte, die 1857 zu Godesberg verstarb. „Dettloff Ernst sowie die vier Kinder waren uns vollkommen unbekannt, ebenso das Sterbedatum der Frau”, erzählt Sachtje.

Die neuen Daten zeigen, dass vier der Kinder, drei Söhne, eine Tochter, bereits im Kindesalter starben. Die Ehefrau verstarb im letzten Jahr seines Bürgermeisteramtes in Godesberg, denn dort war Julius Melchior seit 1851 ansässig. Aber auch die Godesberger kennen diese Daten nicht.

Grabtafel wird restauriert

Dort hatte der rührige Stadtführer längst nachgeforscht. Schließlich ist es noch nicht lange her, da erfuhren die Dinslakener Stadtforscher erst, dass ihr Bürgermeister zwischen zwei Amtsperioden auch mal dasselbe Amt in Godesberg inne hatte. „Auf der Grabtafel sind vier Kinder verzeichnet. Es muss aber noch eine Tochter namens Anna geben”, ist sich Sachtje sicher. Das gehe aus der Althoff-Geschichte hervor, in der sie als Schützenkönigin vorkommt.

Außerdem heißt es in der Sterbeurkunde, die übrigens den Namen falsch herum wiedergibt: „...unserem Vater, Schwiegervater, Großvater”. Also war Melchior Julius doch nicht der letzte seines Stammes? „Doch. Die Erbfolge ging damals immer an den Sohn über. Eine Frau zählte nicht, auch nicht spätere Enkel. Nur die direkte Nachfolge kam als Erbe infrage”, so Sachtje, der in alten Kirchenbüchern nach „seinen” weiteren Familienangehörigen forschen will.

Die Grabtafel aber soll restauriert werden. Sobald das Museum saniert ist, wird das kleine Stück Dinslakener Geschichte neben der Buggenhagen-Mausoleumstür hängen.

Birgit Gargitter

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