Bühnenträume im Jugendclub

Din.  Traumhaft wird die Premiere des Jugendclubs als erstes Teilprojekt der Burghofbühnen-Bürgerbühne auf jeden Fall. Die szenische Collage, die die 15 Jugendlichen unter der Regie von Theaterpädagogin und Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters Anna Scherer erarbeiteten, basiert auf „real“ erlebten: Den Träumen, die die die jungen Theaterbegeisterten in Traumtagebüchern festhielten, über die sie in der Gruppe sprachen und die sie nun selbst, mit vertauschten Rollen erzählen oder szenisch inszenieren. Ein Theaterstunde, phantastisch und authentisch, humorvoll aber auch beklemmend wie der Titel: „Gummibärchen in der Angstkathedrale“.

Die Jugendlichen arbeiten, wie alle, die sich in den verschiedenen Clubs der Bürgerbühne engagieren werden, Projektbezogen. Im November fand das erste Treffen statt, seitdem wurde wöchentlich geprobt und zwei Probewochenenden eingeschoben. Etwas Theatererfahrung in der Schule brachten die 13 Mädchen und zwei Jungen zwischen 14 und 21 Jahren bereits mit. Für die meisten neu war es allerdings, nicht in vorgegebene Rollen zu schlüpfen, sondern die Texte selbst zu schreiben. „Das ist noch besser“, sagt Anita (16) beim Gespräch im Foyer der Studiobühne im Tenterhof, „dann muss man sich nicht verstellen“.

Der offene Umgang mit den eigenen Träumen, also sehr persönlichen Erfahrungen, zeigte seine Wirkung aber auch abseits der Bühne. „Am Anfang fiel es schwer, über seine Träume zu sprechen, aber je mehr man sich kennen lernte, desto leichter viel es“, erzählt Pauline (15), „und durch die Offenheit entstanden Freundschaften“.

„Das Vertrauen kam schon dadurch, dass man sich selbst offenbarte“, pflichtet ihr Lara (16) bei. Doch nur sich untereinander auszutauschen ist natürlich nicht die Aufgabe eines Theaterclubs. Am Freitag, 27. März, feiert die szenische Collage „Gummibärchen in der Angstkathedrale“ um 18 Uhr Premiere in der Remise im Tenterhof. Weitere Aufführungen finden am selben Ort am Sonntag, 28. März, um 15 Uhr und am Montag, 20. April, um 18 Uhr statt. „Unbedingt kommen“, fordert Anita selbstbewusst und bringt die Bedeutung des Jugendclubs der Bürgerbühne auf den Punkt: „Wir sind die Kulturträger von Morgen und darin sollten wir unterstützt werden“.