Botschaften für die Vogelperspektive
24.09.2009 | 18:26 Uhr 2009-09-24T18:26:00+0200Dinslaken. Dinslaken hat ein neues Kunstprojekt. Auf dem Dach der ehemaligen Zechen weisen weiße Letter auf das Programm des zukünftigen Kreativ-Quartiers.
Berlin, Sap Paolo, Lohberg. Dinslaken ist um ein unternationales Kunstprojekt reicher. Doch sehen können es die meisten nicht. Noch nicht. Der Schriftzug, den die Kölner Künstler Achim Mohne´ und Uta Kopp in 4,50 Meter großen, schneeweißen Lettern auf das Dach der ehemaligen Waschkaue der Zeche Lohberg installierten, ist Kunst für das mediale Zeitalter, für den Blick auf unsere Welt durch die Kameras von Google Earth. Dort, wo Navigation durch die Jetztzeit die Abbildung von Straßen und Gebäuden bedeutet, transportieren die beiden Künstler Botschaften für die Vogelperspektive. Elf der so genannten „Remote words” haben sie bislang auf Dächer gemalt. Die Worte stammen überwiegend von Schriftstellern, Sätze, die mit ihrem Standort neue Bedeutungsebenen erschließen.
„Was bleibt ist die Zukunft” hat die Berliner Schriftstellerin Tanja Dückers der ehemaligen Zeche aufs Dach geschrieben. Für das zukünftige Kreativ.Quartier.Dinslaken-Lohberg Kunstinstallation, Programm und Navigationshilfe für die Entwicklung des Standortes zugleich. Soll Lohberg doch zum Standort der Kreativwirtschaft werden. Als ein denkmalgeschützter Ort für innovative Produktentwickung, als ein noch zu erschließendes Gelände, wo Wohnen, Arbeiten und Naherholung als ganzheitliches Zukunftsmodell gedacht, diskutiert und gelebt werden soll.
Werke vorstellen
Groß klingt das alles, vielleicht auch abstrakt. Sichtbar werden diese Ideen in den übergeordneten Projekten, die Lohberg momentan einbeziehen. So am Samstag, 26. September. Dann gibt die Kreative Klasse Ruhr als offizielles Projekt der Ruhr 2010 ruhrgebietsweit Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft die Möglichkeit, ihre Produkte, Werke und ihr Profil einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Auf der Zeche Lohberg werden es die Mieter des zukünftigen Kreativ.Quartiers sein, die zwischen 11 und 19 Uhr ihre Ateliers und Arbeitsräume öffenen, die Besucher einladen, nicht nur zu schauen, sondern selbst aktiv zu werden. Die „Zechensession I” startet um 11 Uhr mit städtebaulichen Führung übers Gelände.
Schnupperkurse
Danach lässt sich Kunst entdecken. Gabriele Sowa und Ulrike Int-Veen bieten Schnupperkurse in Monotypie an, in Zusammenarbeit mit der Malerin Sabine Hulvershorn und der Sängerin und Komponistin Samirah Al-Amrie lädt Gabriele Baier-Terstegens „Minerva - Kreativitätstraining” ein, den eigenen Ton zu finden.
Das Spektrum an Ausstellungen reicht von Bildern, die auf der Zeche entstanden bis zu Edda Treubergs Senioren-Fotos. Ali und Tuncay Dilekci, die auf dem Zechengelände ein Tonstudio betreiben, geben ein Konzert, in der Lohn- und Lichthalle werden alkoholfreie Cocktails gemischt. Ebenso eingebunden ist der „Kiosk 422”, das Kunstprojekt von Britta L.QL in der ehemaligen Trinkhalle an der Hünxer Straße.
Infos über Gesamtplanung
Das Kreativ.Quartier als Zentrum für einen Wirtschaftszweig, der sich kreativ und innovativ den Herausforderungen der Zukunft stellt, das ist das für ganz Dinslaken imagebildende Konzept, das Planungsamt und Dinamit gemeinsam mit der RAG Immobilien verfolgen. Am Samstag informieren sie Interessierte und pozentielle Mieter vor Ort über die Gesamtplanung für das Areal.
Die Zechensession I findet im Rahmen der Kreativen Klasse Ruhr am Samstag 26. September, von 11 bis 19 Uhr auf der Zeche Lohberg statt. Mehr Informationen über das internationale Kunstprojekt „Remote Words” im Internet unter www.remotewords.net.
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