Blaue Bude „Kleine Zeche“

Die blaue Seitenwand der Bude an der Hünxer Straße 422 bei ihrem Abriss im letzten Herbst.Foto:Heiko Kempken
Die blaue Seitenwand der Bude an der Hünxer Straße 422 bei ihrem Abriss im letzten Herbst.Foto:Heiko Kempken
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Noch sind die 14 Quadratmeter Stadtteilkultur am letzten Teilstück der Zechenmauer nicht neu aufgebaut, aber der neue Name des alten Kiosks in Lohberg ist gefunden

Dinslaken..  Noch zeigt nur die alte Fassade des Kunstkiosk an, wo das traditionsreiche Büdchen an der Zechenmauer an der Hünxer Straße 422 in Lohberg nach historischen Plänen wieder aufgebaut werden soll. Doch die 14 Quadratmeter Stadtteilkultur, die hier unter Federführung des Forum Lohbergs und dem tatkräftigen Engagement des UnternehmensNetzwerkes „Wirtschaft vor Ort“ – wieder – entstehen sollen, haben seit gestern einen Namen. Die blaue Bude „Kleine Zeche“ wird Alt- und Neu-Lohberg miteinander verbinden, lokale Geschichte und Geschichten vermitteln, aktueller Infopunkt sein und vielleicht auch die ein oder andere Leckerei aus Omas Naschtüte verkaufen.

Aufgebaut wird das Stück Lohberger Stadtteilgeschichte, das vor über 90 Jahren als Schaffnerhäuschen errichtet wurde, jahrzehntelang Trinkhalle und Treffpunkt für die Bergleute war und als Kunstkiosk von Britta L.QL im Kulturhauptstadtjahr und darüber hinaus Kultstatus erlangte, sobald die Finanzierung steht.

Vor drei Wochen wurde der Namenswettbewerb durch die NRZ ausgerufen und noch in der Nacht wurden die ersten Vorschläge per Email beim Forum Lohberg eingereicht. Gestern hatte die Jury die Qual der Wahl, sich aus 60 Ideen zu entscheiden. Kein leichtes Unterfangen: Zum Schluss entschied man sich für eine Kombination aus zwei Namensvorschlägen.

Mit Wiedererkennungswert

„Zechenbüdchen“ oder „Zechenbude“ waren zwei Begriffe, die häufiger genannt wurden. Aber manch einer griff auch tief ins Vokabular des Bergbaus. „Bergamt“ lautete ein Vorschlag, „Püttmann“, „Haspelmann“ oder „Schwarzes Gold“. „’Ecke 3 Osten’ hat was“, befand Jury-Mitglied Janet Rauch. Der Begriff stand für einen Bahnhof, den es einst unter Tage gab.

Aber letztendlich sollte der Name anschaulich sein, alten und neuen Wiedererkennungswert haben und auch noch Spielraum für den alltäglichen Sprachgebrauch lassen. „Die blaue Bude“ unterschied den Kiosk schon vor seiner Nutzung als Ausstellungsort mit blauem Logo von anderen Trinkhallen im Stadtgebiet. An beides wollte der in Hamburg lebende Comiczeichner Wittek, der erst im März das NRZ-Leserfoto des Monats schoss, mit enger Bindung an seine Heimat Dinslaken mit dem Namen „422 - Die blaue Bude“ erinnern. Mit „Kleine Zeche“ bringt Marina Kinkel Popp den lokalen Bezug und die räumliche Dimension auf den Punkt.

Blaue Bude „Kleine Zeche“ ist ein Name, der schon durch sich selbst Erinnerungen visualisiert. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass sich schnell Sponsoren finden, die den Namen begehbare Realität werden lassen.