Blau-Weiße Kaperfahrt der guten Laune

Dinslaken..  Viele Jecken hatten sich getreu dem Motto des Abends „Narren, haltet euch bereit, der DKV entert die fünfte Jahreszeit“ in Freibeuterkluft geworfen. Am Kasseneingang im Foyer der Kathrin-Türks-Halle nahmen DKV-Präsident Christian Brill und Geschäftsführerin Birgit Kerschel die über 250 Gäste als „Pirat“ und „Piratenbraut“ in Empfang.

„So kann man sich fantasievoll kleiden – mal was Anderes für uns“, herrschten bei Kerschel und Co. blanke Vorfreude. „Wir haben aber nicht mal Wellenschliff in den Klingen – sind alles friedliche Piraten hier“, unterstrich DKV-Kassenprüfer Jürgen Kosch, selbst in traditionellem DKV-Kostüm

Toleranz herrschte auch gegenüber den kostümierten „Exoten“ wie der Duisburger „Römergarde“, die im entsprechenden Outfit gekommen war. „Weil Asterix und Obelix Römer und Piraten verhauen haben – das schafft Solidarität“, waren Thorsten Reke und Co. gekommen „um das Brauchtum der Vereine mit zu unterstützen und Lebensfreude zu erleben.“

Das erlebten die Gäste dann in den folgenden vier Stunden – angefangen mit dem Einmarsch der DKV-Spitze, den Tanzgarden und dem Tambourcorps Voerde durch das närrische Volk, „bewaffnet“ mit kleinen Chipstüten als Wurf-“Geschosse.“ Und tatsächlich hatte die von Michael Guttmann gestaltete Bühne etwas von einem „großen Narrenschiff“, als das es von Sitzungspräsident Ludwig Wansing bezeichnet wurde.

Zu Beginn durften alle ihren Nachbarn die Hand reichen, ehe es durch das „kurzweilige Programm“ (Wansing) ging. Zum Einstieg sang die DKV-Spitze mit dem Publikum das DKV-Lied „Dinslaken am Niederrhein lädt heut alle Narren ein“ im rockigen, modernen Gewand.

Jumping Team schoss den Vogel ab

Danach bot das Kinderprinzenpaar Lukas I. und Marlene I. , zunächst von der neunjährigen Adjutantin Josefine vorgestellt, ihre Version des Höhner-Klassikers „Festpiraten“ mit Gesang und Tanz dar. „Ich hab früher in der Garde getanzt, das ist was Außergewöhnliches, das erlebt man nur einmal im Leben“, meinte die 14-jährige Marlene nach dem Vortrag.

Auch die Gastkünstler hatten einiges zu bieten: der gebürtige Niederländer Rudi Koedooder zeigte sich zu verschiedenen Karnevals- und Partyklassikern in den verschiedenen Gewändern und Verkleidungen – vom „König von Mallorca“ mit Krone bis zum „Katzenklo“ mit Stofftier. Er animierte mit seiner furiosen „Comedy“-Show das Publikum zur ersten Rakete und gestand angesichts der tollen Stimmung: „Ich könnte den ganzen Abend hierbleiben.“

Der Hamburger Bauchredner Tim Becker bewies, dass sein Genre zum Karneval gehören kann, wenn es gut gemacht ist. Seine originellen „Gesprächspartner“ – ob nun der psychotherapierende Donut im Karton („Ich gebe Kalorien ein Zuhause“) , das Pony „Dandy Randy“ mit exaltiert-spitzer Stimme („Ich bin homo-sensationell“) oder das aggressiv auftretende „Karl K.Ninchen“ – fanden die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums.

Für den Partyknaller des Abends sorgten die „Coverkings“ mit Songs von Tina Turner bis Nena, bei denen alle „Narren“ in der Halle kurz vor Mitternacht tanzten. Natürlich durften auch die Tanzgarden – von den „Blau Weißen Fünkchen“ über die „Funken“ bis zu den „Sternen“ mit ihren klassischen Gardetänzen nicht fehlen.

Den absoluten Vogel schoss erneut die „Jumping Crew“ des DKV ab, die mit ihrer packenden, originell-mitreißenden Tanzshow das Publikum von den Stühlen riss – und ihren Kumpel Michael Schmitz vom Voerder Karnevalsverein mittanzen ließ. „Wir waren zusammen beim HCC Hiesfeld bei der Sitzung – und sie sagten: Entweder du trittst bei uns ein oder tanzt mit. Eine echt coole Truppe – dafür macht man sich gerne zu Affen.“