„Bitte, einmal mit ohne Rosinen“

Dinslaken..  Hermann Jonkmanns, der die Gärtnerei an der Hünxer Straße führt, erinnert sich noch genau an seine Kindheit: „Bis 1956 ging ich in den Kindergarten des Johannahauses zu Schwester Berngilde und Tante Helma (Drescher). Jeden Morgen wurde ich mit dem Fahrrad dorthin gebracht. Ich erinnere mich, dass es in der Neustraße noch immer viele große Häuserlücken gab.“

Weitaus größer sind seine Erinnerungen an die Bäckerei Bremer, die ihren Sitz genau gegenüber der Ev. Stadtkirche hatte. Heute ist dort ein Reisebüro untergebracht. Aber die Fassade mit der Türe und den großen Fensterrahmen sind die gleichen wie damals. „Da ich schon ein großer Junge war, durfte ich mir dort hin und wieder selbst ein Milchbrötchen kaufen. Ich mochte allerdings keine Rosinen und so bestellte ich ein Milchbrötchen mit ohne Rosinen – und bekam natürlich eins mit Rosinen. Ich sagte aber, dass ich eines mit ohne Rosinen haben wollte.“ Endlich begriff die Frau Bremer und von nun an bekam der junge Hermann seine Milchbrötchen ohne Rosinen.

Nun könnte die Geschichte eigentlich ein Ende haben, wenn es da nicht den vierjährigen Enkel gäbe, der wie sein Opa vor ihm, in den Kindergarten geht. „Ich fragte ihn mal, was er denn so in seinem Frühstücksbeutel hat. Die Antwort: ‘Opa, da ist ein Butterbrot drin und ein Apfel, aber mit ohne Schale...’“ Ob mit oder ohne Schale, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.