Bewährung nach tödlichem Unfall am Jägerhof Dinslaken

Im Prozess um den tödlichen Unfall am Jägergof in Dinslaken vor drei Jahren wurde nun das Urteil gesprochen.
Im Prozess um den tödlichen Unfall am Jägergof in Dinslaken vor drei Jahren wurde nun das Urteil gesprochen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Oberhausener fuhr im März 2012 laut Gericht betrunken zwei 19-Jährige auf dem Gehweg an. Einer starb, der andere ist seitdem schwer behindert. Nun entschied das Gericht.

Dinslaken/Oberhausen.. 13 Monate Haft auf Bewährung sowie der Entzug des Führerscheins für ein halbes Jahr – das ist die Strafe für den Oberhausener, der vor drei Jahren betrunken am Jägerhof zwei 19-Jährige aus Dinslaken und Voerde umgefahren hatte . Einer der jungen Männer starb damals an der Unfallstelle, der andere wurde lebensgefährlich verletzt und ist heute schwer behindert.

Der Richter am Amtsgericht Dinslaken verurteilte den Oberhausener wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung, fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs sowie unerlaubten Entfernens vom Unfallort und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Mit knapp einem Promille Alkohol am Steuer

Er sah es als erwiesen an, dass der damals 24-Jährige am 10. März 2012, um 0.55 Uhr, mit einem Blutalkoholwert von 0,98 Promille und einer Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern auf der falschen Fahrspur, der Rechtsabbiegerspur der Kurt Schumacher-Straße, nach links auf die Brinkstraße abbog. Dabei driftete der Wagen laut Gericht ab, geriet auf den Gehweg und erfasste dort die beiden jungen Männer. Anschließend fuhr der Fahrer laut Richter noch 120 Meter weiter, verließ dann den Wagen und rannte ins Gewerbegebiet zur nahegelegenen Firma seiner Eltern. Von dort rief er seine Mutter und um 1.11 Uhr die Polizei an.

Damit widersprach das Gericht der Aussage des gerichtlich vereidigten Gutachters. Dieser ging davon aus, dass der Fahrer nicht aus der Kurt-Schumacher-Straße gekommen sondern geradewegs auf der Brinkstraße gefahren war. Die Opfer hätten sich auf der Straße befunden, der Unfall sei, so urteilte der Gutachter, für den Fahrer „unvermeidbar“ gewesen.

Unfall-Opfer wurde bis dato 19-mal operiert

Mehr Gewicht als diesem Gutachten schenkte der Richter den Zeugenaussagen. Ein junger Mann, der vor dem Jägerhof stand, hatte den Wagen des Angeklagten aus der Rechtsabbiegerspur kommen und über den Grünstreifen auf den Gehweg fahren sehen und den Aufprall gehört. Auch die Aussage eines am Jägerhof wartenden Taxifahrers belegte das.

Weitere Zeugen, junge Leute, die vor dem Jägerhof standen, hatten zwar den Unfall nicht gesehen, aber das Driftgeräusch beschrieben. Dass dieser Fahrtverlauf durchaus möglich war, stützte ein weiteres Gutachten, das die Nebenkläger, die die Eltern der Opfer vertraten, in Auftrag gegeben hatte. Beide Unfallvarianten seien möglich, urteilte der Richter, umso wichtiger seien die Zeugenaussagen.

Der Oberhausener habe den Tod des jungen Mannes verursacht und sei für die schweren Verletzungen des anderen verantwortlich. Der damals 19-jährige Voerder erlitt schwerste innere Verletzungen und Brüche, sein Bein wurde zertrümmert, er wurde bislang 19 Mal operiert, geht an Krücken.

Strafrechtlich sei der Oberhausener bislang nicht in Erscheinung getreten, und er bedauere den Unfall glaubhaft, so der Richter. „Er wird den Vorfall niemals vergessen.“