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Martinikirmes

Besucher blieben dem Rummel treu

11.11.2012 | 23:00 Uhr
Besucher blieben dem Rummel treu
Ein Blick vom Riesenrad auf die Martinikirmes.Foto: Erwin Pottgiesser

Dinslaken.   Viele Kirmes-Besucher fühlten sich am neuen Standort wohl, einige vermissten jedoch die Innenstadt-Atmosphäre. Schausteller zeigten sich mit dem Andrang zufrieden.

Der genaue Standort hat sich noch nicht bei allen herumgesprochen. „Entschuldigung, wo geht es hier zur Kirmes?“. Eine Mutter, die gerade auf der Heinrich-Nottebaum-Straße einen Parkplatz ergattert hat, sieht sich suchend um. Das vergangene Wochenende war für die „neue“ Martinikirmes die Bewährungsprobe: Behält die Traditions-Veranstaltung, die jahrzehntelang zur Innenstadt gehörte wie das Hertie-Kaufhaus, ihre Atmosphäre? Nehmen die Menschen den Platz an? Die Skepsis im Vorfeld war groß. Erste Reaktionen von Besuchern wie Schaustellern fallen eher positiv aus. Das Fazit einer (nicht repräsentativen) Umfrage könnte lauten: Man hat das Beste daraus gemacht. Ein Teil der Kirmes-Fans zeigte sich überrascht, wie viel Platz das Areal bietet.

Zahlreiche Neugierige ließen sich von Freitag bis Sonntag auf das Gelände locken. Abends herrschte zum Teil sogar dichtes Gedränge. Ronny Langenberg, 2. Vorsitzender des Schaustellerverbandes Dinslaken und Inhaber des „Salto Mortale“, ist trotz anfänglicher Skepsis zufrieden. „In der Innenstadt ist es natürlich immer besser. Aber bis jetzt sind wir auf einem guten Weg“. Langenberg hofft, dass die Menschen nicht nur durch den Reiz des Neuen angelockt wurden. „Wir wollen jetzt die Werbung noch weiter ausbauen und gucken, dass wir das Kind groß kriegen.“ Ein gutes Stück weiter den Rundweg hinunter verkauft Uwe Morck Popcorn und gebrannte Mandeln. Seit 45 Jahren. Schon als Kind half er mit. Diesmal, gesteht Morck, sei er mit Bauchgrummeln gekommen. Sein Fazit: „Es gibt noch einige Kinderkrankheiten. Aber es ist okay, weil die Leute die Kirmes gut angenommen haben“. Sein Kollege Sascha Griehs von der Losbude sieht das ähnlich: „Hoffentlich geht das auch so weiter.“

Kritik wird aufgenommen

Auf Leonie (16), die am Samstagabend mit Freundinnen über das Gelände bummelt, kann er dabei zählen: „Ich finde den Platz hier gut. Er wirkt so groß.“ Auch Sina (18), Sarah (16) und Kai (18) meinen, die Fläche sei nicht so klein wie befürchtet. Man müsse sich jedoch erst mal zurechtfinden. Es gibt aber auch Kritik. Maike (22) und Sebastian (23) finden: Die Atmosphäre ist einfach nicht mehr die alte. „Und der Platz mit dem Riesenrad ist nicht schön“.

„Man merkt kaum, dass die Kirmes kleiner geworden ist und der Rundweg führt einen gut über den Platz“, urteilt dagegen André Schwarzenberg (22). Stephanie Gerigk, die mit ihrer Familie am Sonntag unterwegs ist, findet den neuen Rummelplatz sogar besser. „Weil jetzt alles zusammenhängend ist.“ Nicole Schneider vermisst die direkte Nähe zur City: „Ich bin mit der Kirmes auf dem Neutorplatz groß geworden. Das war Kult“.

Vorwiegend gute Kritiken gibt es für den 6,50 bis 7 Meter breiten Rundweg. Aber auch einige Schwachpunkte haben Schaustellern und Besucher ausgemacht: Die Zufahrten müssten besser ausgeschildert und beleuchtet sein. Gerade an der Hans-Böckler-Straße, hat Petra Polten beobachtet, sind Fußgänger schwer zu sehen.

Da werde im kommenden Jahr nachgebessert, verspricht Jörg Steeg, Leiter des Fachdienstes Allgemeine Ordnung. Die grüne Wetthalle dient als Treffpunkt für Einsatzkräfte von Stadt, Polizei und Johanniter Unfallhilfe. Die Stadt ist froh über den „guten Draht“ zum Rennverein. Klaus Stratmann und Thomas Rodermond, die seit mehr als einem Jahr mit der Planung beschäftigt sind und „bei Null“ angefangen haben, sammeln Kritikpunkte. „Wir nehmen die Anregungen auf“, sagt Rodermond.

Allen könne man es aber nicht recht machen. Die zwei Euro Parkgebühren zum Beispiel seien notwendig, um Beleuchtung und Personal zu bezahlen. Die Security-Kräfte dagegen finanziert die Stadt, erklärt Jörg Steeg. Sie sind seit dem Loveparade-Unglück Pflicht. Steeg hofft, dass im kommenden Jahr einige Schausteller, die aus Skepsis abgesprungen waren, wieder kommen - zum Beispiel der Betreiber des alten, größeren Riesenrades.

Rita Meesters



Kommentare
12.11.2012
18:30
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Name von Moderation entfernt | #4

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12.11.2012
13:47
Besucher blieben dem Rummel treu
von tolwyn | #3

Leider hat die Kirmes an ihrem neuen Standort viel von ihrem Flair verloren.
Es waren sehr sehr viele Imbissbuden zu finden und nur wenige große Attraktionen.

12.11.2012
09:45
Klasse Kirmes, hat Spaß gemacht, Danke
von svenmedi | #2

Ich fand die Kirmes in der Innenstadt auch immer Klasse, aber der neue Platz ist auch nicht schlecht. Die Verantwortlichen haben sich viel Mühe gegeben, und dass mit Erfolg. Die Organisation bei einer solchen Veranstaltung ist Schwerstarbeit, aber den Leuten hier gut gelungen. Klar man kann immer etwas verbessern, aber es war an diesen Standort das erste Mal. Es war auch ein wenig enger, aber da es mehrere Zufahrten /Wege zum Platz gibt, braucht man keine Angst haben. So das man auch zügig bei Bedarf den Platz räumen könnte. Wir haben uns da wohl gefühlt. Ich kenne einige Festplätze wo eine Kirmes statt findet, egal ob Oberhausen, Crange, Duisburg, Düsseldorf usw. und ich muss sagen auch wenn wir in Dinslaken kleiner sind, wir müssen uns nicht schämen, sondern mal etwas Neues annehmen, und nicht kaputt reden.

Freu mich schon auf morgen Abend und das Feuerwerk, Gruss Sven aus Lohberg

11.11.2012
23:47
Top Flop Kirmes
von Din-Boy | #1

Die Buse hätte die Stadt Dinslaken Sparen können reine Geldverschwendung es gibt doch die Straßenbahn..Die Line 19 wurde hier so gut angepriesen Sonntag nur alle 2 stunden Fährt...alles war viel zu eng und wo waren die Notausgans Beschilderung das vom Fach dienst für recht und Ordung woll vergessen wurde..

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